Bei der Stadt Bad Hersfeld zählen 90 Mitarbeiter die Wahlzettel vom „Stapel 2“ aus

Leser, Tipper, Kontrolleur

In vier Gruppen wurden 90 Bedienstete der Stadt Bad Hersfeld für die Auszählung der Kommunalwahl geschult. Foto:  Schönholtz

Bad Hersfeld. Vorleser, Eintipper, Kontrolleur. Drei Mitarbeiter sind ein Team. Einer liest den Wahlzettel vor, ein zweiter gibt jedes einzelne Kreuzchen in den Computer ein und Nummer drei schaut zur Sicherheit nach, ob alles richtig ist.

So werden bei der Stadt Bad Hersfeld am Montag und Dienstag die Ergebnisse vom sogenannten „Stapel 2“ erfasst, auf dem jene Wahlzettel gelandet sind, bei denen nicht nur eine Liste angekreuzt wurde, sondern Stimmen über mehrere Listen verteilt und auf einzelne Bewerber gehäufelt wurden.

Um den „Stapel 1“ kümmern sich ja am Wahlabend 27. März die aus der Bürgerschaft berufenen Wahlvorstände. Sie sortieren die Wahlzettel, bei denen kumuliert und panaschiert wurde, auf den „Stapel 2“ und zählen dann die Listenergebisse aus. Das sind erfahrungsgemäß etwa die Hälfte aller Wahlzettel. Auf „Stapel 3“ kommen die ungültigen Stimmen.

Da es in der Kreisstadt 27 Wahlbezirke gibt, hat die Stadt Bad Hersfeld in dieser Woche 90 ihrer Mitarbeiter jeweils einen Vor- oder einen Nachmittag eigens geschult, damit die Auszählung von „Stapel 2“ in der nächsten Woche reibungslos vonstatten geht. „Das ist ein sehr hoher Aufwand, aber es geht um korrekte Ergebnisse“, sagte dazu Wahlleiter Rudolf Dahinten. Die reguläre Arbeit der städtischen Bediensteten muss folglich in dieser und der nächsten Wochen hintanstehen – die Wahl hat Priorität. Durch Mehrarbeit muss der Rückstand in den folgenden Tagen dann wieder aufgeholt werden. In den anderen Kommunen ist dies auch so.

Nur ein Notdienst

Deswegen steht in der Stadtverwaltung derzeit auch nur ein Notdienst zur Verfügung, reguläre Sprechstunden entfallen. Die Stadtbibliothek, in deren Räumlichkeiten ab Montag die Auszählung stattfindet, hat bis Donnerstag, 31. März, sogar ganz geschlossen.

Die Auszählung selbst ist öffentlich – sowohl am Wahlabend in den Stimmbezirken als auch ab Montag in der Bibliothek. Öffentlich ist natürlich auch die Präsentation der Wahlergebnisse am Sonntag ab 18 Uhr im Multifunktionsraum.

Von Karl Schönholtz

Kommentare