SchuB-Klasse: Erfolg durch Kombination von schulischer und beruflicher Bildung

Wo Lernen Spaß macht

Benjamin Osmani, Manuel Schmidt, Justin Diebel und Lukas Rübenstahl (von links) präsentieren ein Fachwerkmodell für ihre Projektprüfung. Foto: privat

Bad Hersfeld. Trotz sinkender Hauptschülerzahlen ist die vierte SchuB-Klasse an der Gesamtschule Obersberg seit Sommer am Start. SchuB bedeutet Schule und Betrieb. Das ist ein praxisorientiertes, vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördertes Hauptschulmodell in Hessen: In der 8. und 9. Klasse haben Schülerinnen und Schüler an drei Tagen Unterricht und gehen an zwei Tagen als Praktikanten in einen Betrieb. Jedes Praktikum läuft über ein halbes Jahr, so dass in diesen zwei Jahren vier Berufsfelder ausprobiert und kennen gelernt werden können.

Themenübergreifend

Die drei Schultage laufen anders ab als an der „normalen“ Schule: Die Kernfächer Mathe, Deutsch und Englisch sind wie sonst auch im Stundenplan. Aber der Rest wird in Fächerverbünden unterrichtet, z. B. Materie/Natur/Technik oder Wirtschaft/Arbeit/Gesundheit. Außerdem wird häufig in themenübergreifenden Projekten gearbeitet, wodurch die Frontalproblematik verhindert und selbständiges Lernen bzw. Kleingruppenarbeit gefördert wird. Die Praktika werden im Unterricht begleitet, die Schüler üben Arbeitsanweisungen umzusetzen und Arbeitsabläufe zu beschreiben. Alles sehr direkt auf das Arbeitsleben bezogen. So wissen alle ziemlich genau, warum sie lernen.

Die Neunte von SchuB ist auf diesem Wege bereits fortgeschritten: Die Projektprüfungen sind vor den Herbstferien erfolgreich über die Bühne gegangen. Anspruchsvolle Themen wurden präsentiert: Fachwerkbau in Hessen oder aus regionalkundlichem Interesse das Unternehmen K + S. Allerdings macht sich jetzt schon etwas Nervosität breit, denn die Zielgerade zum Hauptschulabschluss hat begonnen, berichtet Diplom-Pädagogin Sonja Schwedes. Einige wollen den Mut verlieren, besonders in Mathe - „...ich schaffe das sowieso nicht...“, andere sind zu Kämpfern geworden, die sich um jeden Punkt bemühen. Und manche schreiben schon Bewerbungen und haben durch ihre praktischen Erfahrungen bei den Betrieben die Nase vorn.

SchuB als Chance

SchuB als Chance – diesem Motto sind die Jugendlichen ein Stück näher gekommen. SchuB ist zu einem Ort geworden, an dem das Lernen wieder Spaß macht. Hier werden Freundschaften geknüpft, wo früher beleidigt und gemobbt wurde. Eine Klassengemeinschaft, die den neu gesteckten Ziele Boden gibt und Sinn verleiht. Und die Pädagogen lernen: „Es ist die Förderung der kleinen Gemeinschaft, die den Lernerfolg bringt“, sagt Sonja Schwedes.

Wichtiger als spektakuläre Karrieren ist allen Beteiligten zudem der menschliche Umgang miteinander.

Interessierte Eltern können Kontakt aufnehmen in den SchuB-Räumen in der Leinenweberstraße 7, 1. Stock, in Bad Hersfeld, Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr oder telefonisch unter der Nummer 4079907. (red/zac)

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