Ausbildungswerkstatt von Pro Waldhessen ist für neues Ausbildungsjahr gut gerüstet

Lernen mit neuer Technik

Konzentriert arbeiten die Auszubildenden aus verschiedenen Firmen in der Lehrwerkstatt von Pro Waldhessen. Sie bereiten sich gerade auf ihre Abschlussprüfung vor und erhalten dazu wertvolle Tipps von Ausbildungsmeister Walter Woinzeck (links). Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Gut gerüstet für das neue Ausbildungsjahr, das im August beginnt, präsentiert sich die Ausbildungswerkstatt von Pro Waldhessen. Dabei wird dort seit Monaten schon unter erschwerten Bedingungen gearbeitet. Denn die Ausbildungswerkstatt befindet sich in den Stockwerkshallen auf dem Gelände des Schildeparks und erhielt ihren Betrieb aufrecht, trotz Umbaus des Gebäudes, Umzugs ins Erdgeschoss und trotz der umfangreichen Außenarbeiten.

Bis zum August, so hoffen die Verantwortlichen von Pro Waldhessen, sollen dann auch die Schulungsräume im Obergeschoss fertig sein. Einige Fenster im Erdgeschoss müssen auch noch eingebaut werden, an den Wänden fehlen noch Putz und Farbe.

Für derlei Äußerlichkeiten haben die Auszubildenden jedoch gerade gar keinen Sinn. Sie bereiten sich auf ihre Abschlussprüfungen vor. Nach Zeichnungen, die für den Laien lediglich ein Gewirr von Linien darstellen, müssen sie ein Werkstück erstellen – Millimeter genau Löcher bohren, sorgfältig abschleifen, die Teile zusammenfügen und nach einem Schaltplan funktionsfähig machen. Und das ist, so weiß Ausbildungsmeister Walter Woinzeck, noch eine der einfacheren Prüfungsaufgaben.

Grundlehrgang und mehr

Der Vorbereitungslehrgang auf die praktische Prüfung ist nur eines der Angebote der Ausbildungswerkstatt für die metallverarbeitenden Firmen in der Region. Sie können ihre Nachwuchskräfte auch zu einem Grundlehrgang schicken, oder Drehen, Fräsen, Schweißen, Brennschneiden, die Grundlagen der Kunststoffverarbeitung, Blechbearbeitung oder Zeichnungslesen lernen lassen. So können auch kleine Unternehmen, die nicht alles, was in der Prüfungsordnung verlangt wird, selbst vermitteln können, junge Leute ausbilden.

Dabei richtet sich die Ausbildungswerkstatt sowohl inhaltlich als auch bei den Terminen nach den Bedürfnissen der Firmen. „Flexibilität ist unsere Stärke“, betont Ausbildungsmeister Gerhard Willhardt. Bei Bedarf werden auch Fertigkeiten vermittelt, die nicht im Prüfungskatalog stehen, die aber für die praktische Arbeit wichtig sein können, wie Blechbearbeitung, ergänzt Walter Woinzeck.

Darüber werden in der Ausbildungswerkstatt junge Menschen im Auftrag der Optionskommune und der Arbeitsagentur zu Maschinen- und Anlagenführern und Metallbearbeitern ausgebildet werden. Für sie gibt es zusätzlich noch sozialpädagogische Betreuung und Stützunterricht.

Produziert wird übrigens nicht für die Tonne. Die Werkstatt wickelt in Lohnfertigung auch Aufträge von Firmen ab, sodass die Auszubildenen auch mit dem Arbeiten unter Termindruck und mit der Notwendigkeit zur Sorgfalt vertraut gemacht werden.

Für ihre Lehrgänge stehen den Auszubildenden neue Maschinen und Gruppenarbeitsplätze zur Verfügung. Sie konnten, so freut sich die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, mit Förderung des EFRE-Programms des Hessischen Wirtschaftsministeriums eingerichtet werden. 71 000 Euro flossen hierfür nach Waldhessen.

Von Christine Zacharias

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