(242): Das Rotenburger Landgrafenschloss

Lernen in ehrwürdigen Hallen

Wie der gut gefüllte Parkplatz im Innenhof des Rotenburger Landgrafenschlosses andeutet, werden die Räumlichleiten des alten Gebäudes auch heute noch von genutzt. Foto: Goßmann

ROTENBURG. In solch schönen Hallen fällt das Lernen und das Studieren gleich viel leichter: Nur wenige Minuten Fußmarsch entfernt vom Marktplatz in der Rotenburger Altstadt befindet sich das alte Landgrafenschloss, ein bedeutendes Gebäude für die Fuldastadt und zwar sowohl aus historischer wie auch zeitgenössischer Sicht. Seit 1952 ist es der Sitz der Finanzschule des Landes Hessen, so dass seine Räumlichkeiten auch heutzutage nicht etwa leer stehen, sondern von zahlreichen jungen Menschen mit Leben gefüllt werden.

Das Landgrafenschloss, so wie wir es jetzt kennen, stammt aus mehreren Epochen. Ein erster Schlossbau ist bereits auf das Jahr 1470 datiert, allerdings wurde dieses Gebäude nach nur acht Jahren Opfer eines Brandstifters. Der hessische Landgraf Wilhelm IV war es, der 1579 mit dem Bau begann, den wir heute kennen, aber erst 37 Jahre später, in der Herrschaftszeit von Landgraf Moritz, sollte die Residenz ihre Vollendung finden.

Das Landgrafenschloss erinnert an die Zeit von 1627 bis 1834, als Rotenburg noch eine Residenz war, nämlich der Sitz der sogenannten Rotenburger Quartet, eines hessischen Landesteils.

Ursprünglich prägten vier Flügel mit Treppentürmen die Anlage, allerdings sind davon nur noch drei erhalten, sodass das Areal nach Osten hin geöffnet ist. Der Ostflügel mit dem berühmten Rittersaal wurde 1790 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Drei Geschosse und ein Mansardendach prägen wiederum das Äußere des Westflügels. Diese Charakteristika erhielt er in der Barockzeit, während der Südteil des Gebäudekomplexes noch im Stil der Renaissance gehalten ist. Auch der ursprüngliche Nordflügel, in dem sich auch eine Kapelle befand, war ein Renaissancebau. Wie auch der Ostflügel wurde er 1790 abgerissen jedoch wieder neu errichtet. Dieser ist vom Empirestil geprägt und beherbergt eine schöngeistige Bibliothek, die im Inneren mit barocken Stuckaturen prachtvoll geschmückt ist.

Von Torsten Goßmann

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