Besuchergruppe aus Bad Hersfeld in der Wissens- und Erlebniswelt Universum in Bremen

Lernen durch Erleben

Wie fühlt es sich an, unter einem tonnenschweren Felsbrocken zu liegen, der nur von zwei dünnen Stahlseilen gehalten wird? Dieses und viele andere Experimente hat Annika im Universum in Bremen ausprobiert. Foto:  Zacharias

Bremen/Bad Hersfeld. Mit dem Skelett Freddy um die Wette rudern, in das Auge eines Tornados blicken oder auf dem Erdbebensofa einmal gründlich durchgerüttelt werden: Im Universum in Bremen erlebte eine Gruppe von potenziellen Förderern, Partnern und Multiplikatoren aus Bad Hersfeld und der Region, wie viel Spaß Wissenschaft zum Anfassen macht.

Das Universum in Bremen ist – ebenso wie das Klimahaus in Bremerhaven – ein Projekt des Unternehmens Petri & Tiemann in Bremen, das auch das „wortreich“ für Bad Hersfeld entwickelt. Mit der Fahrt nach Bremen, die durch die Unterstützung der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg, der Hersfelder Zeitung und des Stadtmarketing-Vereins ermöglicht wurde, wollte Petri & Tiemann weitere Partner und Unterstützer für das Wortreich gewinnen.

Inszenierte Welt

Besucher aller Altersklassen sollen ab September im Wortreich spielerisch die Themen Sprache und Kommunikation entdecken. Das Wortreich, so erläuterte Frank Müller-Wagner, geschäftsführender Gesellschafter von Petri & Tiemann, sei eine inszenierte Welt, ein Buch, das die Besucher betreten und in dem sie erzählte Geschichte und Geschichten an interaktiven Exponaten selbst zum Leben erwecken. Hintergrund sind die Lebensgeschichten und Entwicklungen von Konrad Duden und Konrad Zuse.

Ausprobieren und mitmachen ist also das Geheimnis der Wissens- und Erlebniswelten, in denen man spielend entdecken kann, wie die Welt funktioniert. Gelernt wird hier ohne den erhobenen Zeigefinger. Kurze Texte informieren über Sinn und Zweck der Exponate und ordnen sie in größere Zusammenhänge ein, ansonsten gilt das Prinzip des interaktiven Lernens.

Genau das ist, wenn auch mit anderen Themen und im kleineren Rahmen, auch für das Wortreich geplant. Zielgruppen sind hier vor allem Schulklassen, die 20 bis 25 Prozent der Besucher stellen sollen, Familien und Reisegruppen.

Das Wortreich will, so erklärte Frank Müller-Wagner, Programme anbieten, die an die Rahmenlehrpläne der Schulen angegliedert sind. Entsprechende Materialien sollen den Lehrern ermöglichen, den Besuch im Wortreich mit ihren Klassen vor- und nachzubereiten. „Wir wollen als außerschulischer Lernort alle Schulzweige und Klassenstufen für verschiedene Unterrichtsfächer ansprechen“, betonte Müller-Wagner. Dazu sollen dann auch Workshops angeboten werden, zum Beispiel ein Kommunikations- und Konflikttraining, Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche, Zeitung- oder Radiomachen.

Als Kooperationspartner gewonnen wurden bereits der Konrad-Duden-Verlag und der Hessische Rundfunk.

Das Haupteinzugsgebiet sieht Müller-Wagner in einem Umkreis, der innerhalb von einer Stunde Fahrzeit mit dem Auto um Bad Hersfeld liegt. Dazu gehören auch Kassel, Gießen, Marburg, Fulda, Eisenach und Eschwege. 120 000 Besucher werden pro Jahr im Wortreich erwartet. Das erweiterte Einzugsgebiet mit 90 Minuten Anfahrt umfasst auch die Städte Frankfurt, Würzburg, Erfurt und Weimar.

Geöffnet sein soll das Wortreich praktisch das ganze Jahr über an sieben Tagen in der Woche. Zehn bis elf Mitarbeiter sollen sich um die Besucher kümmern.

Von Christine Zacharias

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