Stadtmarketing und Rathaus wollen Aktivitäten für effektive Werbung verzahnen

Leitsystem mit Zukunftstechnik

Wechsel im Vorstand des Stadtmarketingvereins: Vorsitzender Achim Kniese bedankte sich bei der bisherigen Schriftführerin Christina Biel (vorn) mit einem Blumenstrauß nach deren geplant vorzeitigem Ausscheiden und hieß als Nachfolgerin Sylke Raymann (C&A) willkommen. Foto: Pfromm

Bad Hersfeld. Ein neues Wegeleitsystem für Besucher Bad Hersfelds, das der Stadtmarketingverein (SMV) bereits in der konkreten Planung hat, soll auf Initiative von Bürgermeister Thomas Fehling gleich verbunden werden mit zukunftsweisender Technologie, um modernsten Ansprüchen genügen zu können. Neben einer einheitlichen, deutlich übersichtlicheren Beschilderung auch für Randlagen des Handels, solle es künftig auch Applikationen beispielsweise für Mobiltelefone geben. So könnten Gäste sich durch einen intelligent geführten Stadtrundgang navigieren und weit reichende Serviceinformationen erhalten. Das erklärte der Rathauschef am Montagabend bei der Hauptversammlung des SMV in der Stadthalle.

Deutlich verbessert

Fehling nutzte seine Grußworte, um einen Ausblick zu geben auf die Zusammenarbeit zwischen Verein und Verwaltung. Die deutlich spürbare Verbesserung des Arbeitsklimas in diesem Bereich solle mit Offenheit genutzt werden, um ganz konkret den Vertrieb, also das konsequente Verkaufen unterschiedlichster Leistungen verschiedener Anbieter in der Stadt besser koordiniert zu unterstützen. Fehling nannte exemplarisch die Festspiele, das „wortreich“ und die Veranstaltungshalle, will aber bewusst auch Angebote des SMV, anderer Vereine und Veranstalter miteinbeziehen.

Für Besuche der Bad Hersfelder Festspiele strebt er eine schlüssige Prozesskette an. Wie kommen die Theaterfreunde nach Bad Hersfeld? Und wann? Was kann ihnen außerhalb der Vorstellungen und wiederum in deren Umfeld geboten werden an Leistungen? Wie logisch nachvollziehbar und auffindbar ist das für den fremden Festspielgast? Der neue Bürgermeister kündigte an, für die professionelle Vorbereitung eine Qualitätsbeauftragte schon in kürzester Zeit zu berufen, die objektive Messrichtlinien bearbeiten solle. Er bat um Verständnis, dass realistisch ab der Spielzeit 2012 Umsetzungen zu erwarten seien.

Gewicht hat für Fehling in Fragen der Vermarktung und Außendarstellung auch der städtische Internet-Auftritt. Zu viele Baustellen, keine gemeinsame technische Plattform der verschiedenen Angebote, ein viel zu hoher Pflegebedarf derzeit und eine nicht akzeptable Unübersichtlichkeit seien Punkte, die dringlich mittels einer einheitlichen Ebene zu professionalisieren seien. Schritte hierzu seien eingeleitet.

Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Achim Kniese, nahm Fehlings Einlassungen positiv auf und bewertete gemeinsam mit Geschäftsführer Philipp Kaufmann die neue Zusammenarbeit insbesondere mit der Verwaltungsspitze als sehr gut und alternativlos. Gemeinsam auch mit dem Tourismusbeauftragten des SMV, Jürgen Schierz, konnte auf erfolgreiche Projekte in 2010 verwiesen werden. Drei Messebesuche in Utrecht, Stuttgart und Berlin, die Übernahme des Weinfestes im Kurpark mit Besucherrekord und die Premiere des Angebotes „Tourist in der eigenen Stadt“ waren nur einige davon. In 2011, verbunden mit dem Jubiläum 1275 Jahre Bad Hersfeld, gibt es 22 Wochenenden, an denen laut Kaufmann „Gas gegeben wird“.

Der momentan 201 Mitglieder zählende Stadtmarketingverein schloss wie geplant mit einem überschaubaren Defizit das Geschäftsjahr ab, da Rückstellungen aus der Vergangenheit bewusst in einen neuen Aufbruch erfolgreich investiert worden seien, so Vorsitzender Kniese. Allerdings seien die Reserven endlich, was aber konzeptionell bereits angegangen werde.

Da eine Steuerprüfung der Vorgängervereine Werbegemeinschaft und Tourist-Info noch nicht abgeschlossen und deren Ausgang noch abzuwarten ist, wurde auf eine Entlastung des Vorstands des verschmolzenen Stadtmarketingvereins verzichtet und soll noch vor der Sommerpause auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nachgeholt werden. Geheilt werden muss insbesondere die steuerliche Bewertung, wonach Mitgliederbetriebe der beiden Vorgängervereine bei der Entrichtung umsatzsteuerpflichtig gewesen wären. (red)

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