Hessische Standesbeamte tagen in Bad Hersfeld

Leihmutterschaft als wachsendes Problem

Die Bad Hersfelder Stadthalle platzte aus allen Nähten: 300 Standesbeamte aus dem gesamten Bundesgebiet informierten sich auf der Tagung ihres Fachverbandes. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Mit einem großen Lob für Bad Hersfeld läuteten 300 Standesbeamte am Dienstagmorgen ihre Landesfachtagung in der Festspielstadt ein. „Mit dem großen Saal der Stadthalle und den angrenzenden Räumlichkeiten hat Bad Hersfeld die idealen Bedingungen für unser zweitägiges Programm geschaffen“, sagt Manfred Tillmann, Zweiter Vorsitzender des Fachverbands der Hessischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten aus Darmstadt.

Gemeinsam mit Vertretern von Partnerverbänden aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bayern und Thüringen sind die Standesbeamten zusammengekommen, um sich in Vorträgen und Arbeitsgruppen über die neuesten Entwicklungen ihres Berufes auf dem Laufenden zu halten.

So referierte Manfred Tillmann über das akut werdende Problem der Leihmutterschaften: „Immer mehr Standesbeamte werden mit diesem Thema konfrontiert. Im Regelfall werden sie von den Betroffenen nicht über eine Leihmutterschaft in Kenntnis gesetzt, weil die in Deutschland illegal ist. Die Frage bleibt: Wie gehen die Beamten damit um?“ Generell appelliere er an alle diejenigen, die ihr Kind von einer Leihmutter haben austragen lassen, offen damit umzugehen. Standesbeamte verfügten heute über eine Reihe von Möglichkeiten, das Kind zu legitimieren. Das könne zum Beispiel durch eine Adoption geschehen.

Versammlung am Mittwoch

Fragen aus der täglichen Praxis der Standesbeamten wurden schließlich in Arbeitsgruppen bearbeitet. Alteinträge, die auch nach der Umstellung auf das elektronische Register korrekt erfasst werden müssen, der Umgang mit Eheschließungen im Ausland sowie Urkundenüberprüfungen von so genannten Problemstaaten waren nur einige der Themen.

Gestern kamen die hessischen Standesbeamten zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen. Gewählt werden soll unter anderem ein neuer Vorstand. Bürgermeister Thomas Fehling hofft, dass den Standesbeamten auch außerhalb der Tagesordnung etwas Zeit blieb, Bad Hersfeld zu entdecken – etwa „die Vorbereitungen der Festspiele in der Stiftsruine mit dem einmaligen Flair“. (esp)

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