Lehrstellenmarkt: Lage für junge Leute so gut wie nie zuvor

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Hersfeld-Rotenburg. Wirtschaft, Staat und Gewerkschaften haben den Ausbildungspakt verlängert, um Jugendlichen den Anspruch auf eine Lehrstelle zu sichern. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist das Bündnis bald nicht mehr nötig.

Das liegt einerseits daran, dass die heimischen Firmen bei der Bereitschaft zur Ausbildung nie dramatisch nachgelassen haben, andererseits aber an den heraufziehenden geburtenschwachen Jahrgängen. Die Zeiten, in denen im Landkreis auf zwei junge Leute eine Lehrstelle kam, sind vorbei.

Nach Meinung von Matthias Oppel, dem Leiter der Bundesagentur für Arbeit in Bad Hersfeld, ist klar, dass sich spätenstens 2020 der Trend völlig umgekehrt haben wird. Dann nämlich werden nach Berechnungen des statistischen Landesamts im Landkreis nur noch 879 junge Leute die Schule verlassen. In diesem Jahr gingen 1092 junge Leute von den allgemeinbildenden Schulen ab und standen vor der Wahl, eine Lehre anzutreten oder eine weiterführende Schule zu besuchen.

1094 junge Leute meldeten sich bei der Agentur. Und nahezu alle fanden bis Ende September einen Lehrherrn, obwohl die Bundesagentur nur 970 Stellen im Angebot hatte. Weil die Firmen händeringend Auszubildende suchen, gingen auch einige der 130 übrig gebliebenen Bewerber nicht leer aus. Die Hälfte der 80 Schulabgänger, die schon für eine außerbetzreibliche Berufsausbildung vorgesehen waren, wurden vom Vermittlerteam der Bundesagentur noch in eine klassische Ausbildung vermittelt, obwohl sie anfangs nicht die Traumbewerber in Betrieben gewesen waren.

Die Nachfrage nach jungen Leuten verbessert sich zusehends. So hat die heimische Wirtschaft bereits für das neue Ausbildungsjahr 2011 650 Lehrstellen angeboten bekommen, von denen einige schon besetzt sind. „Das sind soviele wie nie zuvor“, freut sich Matthias Oppel

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