40 Pädagogen übten an der Konrad-Duden-Schule neue Methoden für den Unterricht

Lehrer lernen lehren

Ziele verschieben (von links): Lehrerin Maria Miklosi und Leiterin Susanne Hofmann von der Konrad-Duden-Schule betrachten mit Seminarleiter Dr. Martin Herold eine Lernlandkarte zum Thema „Brücken bauen“. Foto:  Janz

Bad Hersfeld. Maria Miklosi legt Zettel auf einem roten Karton aus. Mathematische Formeln und Graphen, unten rechts das Bild einer geschwungenen Überführung. „Brücken bauen“ heißt die Überschrift.

Sie ist nicht sprichwörtlich gemeint, sondern buchstäblich. Die Lernlandkarte nennt alle wichtigen Bestandteile, um genau das zu lernen: Wie man – zumindest in der Theorie – Brücken baut. Mathematiklehrerin Miklosi bereitet das für ihre Schüler an der Konrad-Duden-Schule vor. Sie lernt damit aber auch selbst etwas: Sie will ihren Schülern beibringen, selbstorganisiert zu lernen. Wie das geht, muss sie selbst erst üben.

Hirnforschung praktisch

Miklosi beteiligt sich mit 40 Kollegen ihrer Schule sowie der Gesamtschulen Niederaula und Schenklengsfeld an einem pädagogischen Projekt. Seit drei Jahren werden sie vom Institut für Selbstorganisiertes Lernen, kurz SOL, aus Stuttgart unterwiesen. Dessen Leiter Dr. Martin Herold war nun zum vierten Mal in Bad Hersfeld zu Gast. In sechs Seminaren bringt er den Lehrern bei, wie sie die Erkenntnisse der Hirnforschung ganz pragmatisch im Unterricht umsetzen können.

Dieses Mal ging es um die Zielorientierung: Anstatt den Schülern schrittweise genau vorzusetzen, was sie zu lernen haben, nennen die Lehrer nach der neuen Methode lediglich die Lernziele für die kommende Unterrichtseinheit. Solch eine Lernlandkarte kann genau das verdeutlichen.

Die Schüler sollen sich selbst anhand dieser groben Vorgaben die eigenen Ziele setzen und ihren individuellen Weg finden, um sie zu erreichen.

Dabei werden sie aber nicht allein gelassen. „Die Rolle des Lehrers ist es, dem Schüler zu helfen, seine eigenen Ziele zu erreichen“, sagt Seminarleiter Herold. Er ist von seinem pragmatischen Ansatz überzeugt: „Was die Lehrer hier lernen, können sie gleich morgen im Unterricht einsetzen.“. Doch bis die Pädagogen die verschiedenen Methoden des selbstorganisierten Lernens beherrschen, wird noch einige Zeit vergehen.

„Das ist ein Prozess, der auf mehrere Jahre angelegt ist“, sagt Schulleiterin Susanne Hofmann von der Konrad-Duden-Schule. Sie ist begeistert, was die Lehrer an den pädagogischen Tagen zum Selbstorganisierten Lernen alles erfahren und an ihre Kollegen weitergeben. „Dafür haben wir auch eine hervorragende Betreuung“, lobt sie die Begleitung durch Herold und sein Institut.

Drei Fragen

Von Marcus Janz

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