Legitime Fragen, neue Brücken und Post-Pläne

Karl Schönholtz

Der Hessentag 2019 war in dieser Woche das große Thema in der Hersfelder Stadtpolitik – und wird es vorläufig auch bleiben. So eindrucksvoll und umfangreich das mit vereinten Kräften in der Stadtverwaltung erarbeitete Bewerbungskonzept auch ist, es wirft auch Fragen auf, die zu stellen ist durchaus legitim ist.

Wer nach der Sinnhaftigkeit der von Bürgermeister Thomas Fehling forcierten Smart-City-Projekte fragt, wem die finanziellen Dimensionen der Veranstaltungswoche die Sorgenfalten den Angstschweiß auf die Stirn treiben und wer den Verzicht auf die Arena-Konzerte mit Mega-Stars für einen falschen Ansatz hält, der muss kein Bedenkenträger sein.

Vielmehr wird eine offene Diskussion – in der zum jetztigen Zeitpunkt manche Antwort sicher noch nicht gegeben werden kann – vertrauensbildend wirken und die grundsätzlich positive Stimmung erhalten.

Positives endlich auch vom Arbeitskreis für Musik: Der neue Vorsitzende Dr. Ardawan Rastan hat den festen Vorsatz, Brücken zu bauen: zur Stadt und zu den Festspielen. Und vielleicht wird es dann auch wieder eine Oper in der Stiftsruine geben, mit Beteiligung des AfM. Und vielleicht lässt sich so auch das Lebenswerk von Siegfried Heinrich retten, dessen unstreitige Verdienste durch die Turbulenzen der vergangenen Monate in den Hintergrund gerückt sind.

Dies wiederum hängt nicht zuletzt vom Ausgang des Ermittlungsverfahrens ab, das die Strafanzeige des ehemaligen Vorsitzenden der Musischen Bildungsstätte ausgelöst hat: Der vermutete Untreue, weil Heinrich angeblich in fragwürdiger Weise Geld zwischen beiden Vereinen hin- und hergeschoben hat.

Auf jeden Fall einen Beigeschmack hat die Diskussion um einen weiteren Neubau im Schilde-Park: nach den im Bauausschuss vermittelten Informationen hat das interessierte Unternehmen – mittlerweile als Verifone geoutet – klar gemacht, dass nur dieser Standort in Frage käme und anderenfalls mit einem Wegzug aus Bad Hersfeld zu rechnen sei. Die zuverlässig unerschrockene grüne Stadtverordnete Nina Weise-Hübner sprach prompt von Erpressung. Dass es auf der anderen Seite gute Argumente dafür gibt, über diesen Teil des Parks trotz Bürgervotums noch einmal neu nachzudenken, gerät so in den Hintergrund.

Im Werratal schmiedet die deutsche Post offenbar Umzugspläne. Dem Vernehmen nach sollen die beiden Zustell-Stützpunkte in Heringen und im thüringischen Vacha, in denen die Kleinbusse der Postboten bislang mit Briefen und Paketen beladen werden, in einer Gewerbe-Immobilie im Kernort von Philippsthal zusammengefasst werden.

Offiziell bestätigen wollte das die Post-Pressestelle bislang nicht. Generell prüfe man Zusammenlegungen oder Umzüge in besser geeignete Immobilien. Konkrete Pläne gebe es jedoch nicht - und auch Arbeitsplätze seien nicht in Gefahr, heißt es aus der Frankfurter Konzernzentrale. Wir sind gespannt.

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