Jährliche Untersuchungen: Gesundheitsamt rät zum Abwarten

Legionellen: Gefahr aus der Leitung ist gering

Hersfeld-Rotenburg. Das Gesundheitsamt kontrolliert derzeit nicht, ob die Vermieter von Mehrfamilienhäusern das warme Wasser auf Legionellen hin untersucht haben. Das erklärte der Leiter des Amtes im Kreis Hersfeld-Rotenburg, Dr. Dieter Gobrecht.

Legionellen sind Bakterien, die in Trinkwasserleitungen vorkommen und Erkrankungen verursachen können. Mit der seit einem knappen Jahr geltenden Novelle der Trinkwasserverordnung wurden die Betreiber von Anlagen mit über 400 Litern Speicherkapazität verpflichtet, das Wasser einmal im Jahr auf Legionellen hin zu untersuchen und das Ergebnis dem Gesundheitsamt vorzulegen. Betroffen sind vor allem Vermieter von Mehrfamilienhäusern.

Die Pflicht sei nicht aufgehoben, werde zurzeit aber auch nicht eingefordert, erklärte Gobrecht, und rät zum Abwarten. Er bezieht sich auf das Hessische Sozialministerium, das eine Korrektur der Trinkwasserverordnung angekündigt habe. In einem Schreiben sei empfohlen worden, die Untersuchungs- und Anzeigepflicht nicht einzufordern, die mit großem Aufwand verbunden ist „Wenn schon das Sozialministerium sagt, wir sollten das nicht einfordern, wollen wir die Leute auch nicht in Angst und Schrecken versetzen“, sagt Dr. Gobrecht. Im Kreis verzeichne man keine nennenswerte Zahl von Erkrankungen durch Legionellen. Gobrecht spricht von weniger als einer Handvoll Erkrankter in zehn Jahren, erklärt aber auch, dass ein Nachweis von Legionellen schwierig sei.

Vonseiten der Wohnungsbaugesellschaft Wohnstadt, die im Kreis etwa 1700 Wohnungen vermietet, heißt es, dass die Beprobung von hessenweit 62 000 Wohnungen ausgeschrieben worden sei und die Proben im Herbst genommen würden. Etwa die Hälfte der Mietshäuser verfüge über eine zentrale Warmwasserversorgung. SEITE 2/ ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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