Musical-Star Helen Schneider wieder in der Stiftsruine / „Hersfeld ist voll Herzenswärme“

Die Legende ist zurück

Helen Schneider auf den Brettern der Bühne in der Stiftsruine , die für sie so viel bedeuten. Foto: Hans-Heinrich Hartmann

Bad Hersfeld. Der Star lässt warten. Die Bahn aus Berlin hat Verspätung. Doch plötzlich ist sie da. „Reisen macht keinen Spaß in diesen Tagen“, sagt sie entschuldigend und strahlt lächelnd in den Raum. Schmal ist sie, fast zerbrechlich, und doch füllt sie die Festspielkantine sofort mit ihrer Präsenz. Bad Hersfeld und Helen Schneider – das ist schon eine ganz besondere Liebesgeschichte.

Von 1999 bis 2001 stand die US-Amerikanerin hier als Evita auf der Bühne der Stiftsruine und begeisterte das Publikum. „Helen Schneider ist in Bad Hersfeld eine Legende“, sagt Holk Freytag, sie habe die Festspiele zu einer der ersten Adressen für Musicals gemacht.

Hersfelds gute Geister

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Helen Schneider will zurück in die Ruine

„Die Bühne in Bad Hersfeld ist voller guter Geister“, sagt Helen Schneider. Diese Geister hätten sie beschützt – vor allem vor der eisigen Kälte in der Ruine. „Niemand hat mich vor dem Sommer in Bad Hersfeld gewarnt“, sagt sie verschmitzt, doch die Kälte sei von der Herzenswärme des Hersfelder Publikums vertrieben worden.



Obwohl Helen Schneider nach ihrem Auftritt als Evita immer wieder Musical-Angebote hatte, sei keine Anfrage mehr aus Bad Hersfeld gekommen. Dabei würde sie gern wieder einmal in der Stiftsruine spielen. Holk Freytag versteht diesen charmanten Wink sofort, ein Gespräch ist vereinbart. Vorerst kehrt die Künstlerin aber als Sängerin auf die große Bühne zurück. Am 12. Mai wird sie mit dem Live-Programm „Dream a little Dream“ Lieder aus dem „Great American Songbook“ vortragen. Es sind Titel der amerikanischen Unterhaltungsmusik der 1930er bis 1960er Jahre – der goldenen Zeit von Hollywood und des Radios.

„Diese Musik ist die Geschichte meiner ersten großen Liebe“, sagt Helen Schneider und erzählt, wie ihre Mutter früher daheim in Brooklyn, New York, abends am Klavier saß und sang. „Die Lieder von damals sind für mich eine Möglichkeit, meine Seele auszudrücken.“ Begleitet wird sie dabei von einem Trio mit Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug.

Rock ‘n’ Roll-Gypsy lebt

Doch Helen Schneider wird auch Titel aus Evita vortragen, verspricht sie, genauso wie sie Songs aus den Anfängen ihrer Karriere singen will. „Der Rock ‘n’ Roll-Gypsy“ lebt noch, sagt sie in Anspielung auf ihren ersten großen Hit in Deutschland, der sie damals an der Seite von Udo Lindenberg berühmt machte. Mit dem Panik-Rocker hält sie noch immer Kontakt.

„Udo hat mir geraten, immer flexibel zu sein“, verrät sie und erklärt damit ihre musikalische Entwicklung von der Rockerin im Lederdress zur Musical-Diva. „Es ist schon interessant, so in der Öffentlichkeit älter zu werden“, sagt sie kokettierend. „Aber das Leben bringt so viel, wenn man so ist.“

†  Helen Schneider „Dream a little Dream“, Mittwoch, 12. Mai 2010, 20 Uhr, Stiftsruine, Karten: 20/25 Euro. Am Markt 1, Bad Hersfeld, Telefon (06621) 201-360, Fax (06621) 201-337, E-Mail: kartenzentrale@bad-hersfeld.de.

Von Kai A. Struthoff

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