Forum zu den Herausforderungen der Erwachsenenbildung – Teilnehmer aus Europa

Lebenslanges Lernen im Blick

Sprachen im Buchcafé über Erwachsenenbildung auf europäischer Ebene (von links): Dr. Christoph Kaletka (Sozialforschungsstelle TU Dortmund), Thomas Bös, Leiter Schule für Erwachsene Osthessen und regionaler Koordinator des Hessencampus’, Ingrid Wagenhofer aus Wien, Koordinatorin des Partnerschaftsprojekts, und Mercedes Thiel von Europe Direct/Bad Hersfeld. Foto: Maaz

Hersfeld-Rotenburg. Um Herausforderungen im Bereich der Erwachsenenbildung auf europäischer Ebene ging es beim Bildungsforum, zu dem der Hessencampus Hersfeld-Rotenburg am Montag ins Bad Hersfelder Buchcafé eingeladen hatte.

Unter dem Titel „Bildungsabschlüsse – Transparenz und Wertigkeit“ wurde gemeinsam mit örtlichen Vertretern und europäischen Projektpartnern der Schule für Erwachsene Osthessen unter anderem über die die Anerkennung und Wertigkeit von Bildungsabschlüssen und Zertifikaten für bessere Weiterbildungs- und Arbeitsmarktchancen diskutiert. Die 16 Teilnehmer aus vier europäischen Nationen kamen aus Polen, Irland, Griechenland und Österreich. Gesprochen wurde deshalb auch auf Englisch.

Qualifikationen vergleichen

Als Referent war am Montag etwa Dr. Christoph Kaletka von der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund zu Gast. Er sprach zum Thema „Europäischer Referenzrahmen – Herausforderungen für lebenslanges Lernen“. „Noch gibt es im europäischen Raum viele unterschiedliche Bildungssysteme, Zeugnisse und Qualifikationen sind häufig nicht vergleichbar oder wenig transparent“, erklärte Kaletka den Hintergrund seines Themas. Für die Zukunft seien gemeinsame Qualifikationslevel gewünscht, was als ein Baustein schon mit den Bachelor- und Masterstudiengängen umgesetzt wird. „Das ist eine riesen Herausforderung“, sagt der Experte.

Neue Formen des Unterrichts

Kaletka beschäftigt sich aber nicht nur mit Erwachsenenbildung auf europäischer Ebene, er ist auch wissenschaftlicher Begleiter der Initiative Hessencampus für die Region Hersfeld-Rotenburg. Und auch auf regionaler Ebene muss sich der Bereich Erwachsenenbildung vielfältigen Herausforderungen stellen. „Die Erwachsenenbildung muss in ländlichen Regionen strukturierter werden“, so Thomas Bös, Leiter der Schule für Erwachsene Osthessen und regionaler Koordinator des Hessencampus’. Es müssten Kooperationen zwischen den Einrichtungen sowie neue Formen des Unterrichts, etwa über das Internet, genutzt werden, um Möglichkeiten der Erwachsenenbildung für die Zukunft zu sichern.

Informelle Kenntnisse

Die internationalen Projektteilnehmer der von der EU finanzierten Lernpatenschaft „VaLUeE“ sind noch bis Donnerstag in der Region vor Ort, Gastgeber des Treffens ist die Schule für Erwachsene Osthessen als deutscher Vertreter in der Partnerschaft in Zusammenarbeit mit Europe Direct/Bad Hersfeld. In den vergangenen Jahren hatten bereits Treffen in den anderen beteiligten Ländern stattgefunden. Bei dem Projekt geht es auch um die Anerkennung und Vergleichbarkeit von „informellen“, also nicht in einer Schule oder Hochschule erworbenen Kenntnissen, die für berufliche Bewerbungen aber wichtig sein könnten. Hintergrund

Von Nadine Maaz

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