AHG-Klinik Wigbertshöhe: Forum Alter und Sucht

Lebensfreude nur ohne Suchtmittel

Bad Hersfeld. Einmal jährlich findet in der AHG Klinik Wigbertshöhe das Hersfelder Forum Alter und Sucht statt. Mit dieser deutschlandweit einzigartigen Veranstaltungsreihe und dem speziellen Behandlungsangebot „+50“ hat die AHG Klinik Wigbertshöhe weit über die Grenzen von Bad Hersfeld hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt und sich verdient gemacht in der Behandlung und Erforschung von Suchtkrankheiten im Alter.

Alter negativ besetzt

Das Motto der Veranstaltung lautete diesmal: Lebensfreude im Alter. Prof. Dr. Anne Lützenkirchen von der Hochschule Fulda wies in ihrem Vortrag darauf hin, wie negativ in unserer Gesellschaft das Thema Alter und älter werden besetzt ist. Vor allem werden die Defizite des alten Menschen und die Unzufriedenheit mit dem Alter thematisiert.

Dilemma: Unzufriedenheit

Die Soziologen sprechen diesbezüglich von dem sogenannten Unzufriedenheitsdilemma: Obwohl es den Deutschen und der älteren Generation objektiv betrachtet so gut wie lange nicht mehr geht, ist die Unzufriedenheit mit der eigenen Situation größer als in vielen armen Ländern.

Gemeinschaft ist wichtig

Der alternde Mensch sei stärker als in den Lebensphasen zuvor angewiesen auf ein funktionierendes Sozialwesen. Neben einer guten Gesundheitsversorgung und der materiellen Absicherung sei die Gemeinschaft, das soziale Miteinander ein wichtiger Baustein für die Lebensfreude im Alter.

Die Therapeuten Dr. Michael Ellwardt und Jean-Christoph Schwager, Leiter der beiden +50-Gruppen und zuständig für den Bereich Sucht im Alter der Klinik Wigbertshöhe, gestalteten den weiteren Verlauf der Fachtagung inhaltlich.

Dr. Ellwardt beleuchtete in seinem Vortrag den Zusammenhang zwischen Depression und Sucht, Schwager stellte das Konzept +50 der Klinik vor und wies auf die Schwierigkeiten und Vorurteile hin, mit denen ältere Suchtkranke noch immer in unserer Gesellschaft zu kämpfen haben.

Austausch mit Patienten

Am Nachmittag stand der Austausch, das Gespräch mit den derzeitigen Patienten der beiden +50 Gruppen auf dem Programm. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von der Offenheit und Bereitschaft der älteren Patienten (die Altersspanne reichte von Mitte 50 bis Ende 70), über ihre Suchterkrankung und die Hintergründe der Suchtentwicklung zu sprechen.

Und das Fazit der Tagung? Suchtmittelabhängigkeit im Alter macht einsam, krank und unglücklich; Veränderung und Abstinenz ist auch im fortgeschrittenen Alter möglich, machbar und wünschenswert, und Lebensfreude im Alter für den Suchtkranken nur erlebbar durch eine suchtmittelfreie Lebensweise. (red)

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