Zahlreiche Frauen im Kreis nahmen am Weltgebetstag das Land Ägypten ins Gebet

Lebendiges Wasser schenken

Auch in der Martinskirche im Schlippental luden Frauen am Sonntag im Themengottesdienst zu „Brunnengesprächen“ ein, die im „Café auf Zeit“ im Gemeinderaum anschließend noch gemütlich vertieft wurden.

Bad Hersfeld. Ein breites, dunkelblaues Tuch schlängelte sich am Freitagabend die Stufen zum Altarraum der evangelischen Auferstehungskirche im Stadtteil Hohe Luft hoch. Am Weltgebetstag, den Frauen aller christlichen Konfessionen rund um den Erdball immer am ersten Freitag im März feiern, hatten Mitglieder des Ökumenischen Arbeitskreises die lange Stoffbahn symbolisch für den Flusslauf des Nils ausgebreitet.

Um den Nil und die Bedeutung des Wassers ging es in der Liturgie. Mit vielen Informationen über das Land Ägypten und dessen Bevölkerung, mit rhythmischen Liedern und zahlreichen Anregungen zur Gestaltung der Gottesdienste haben Frauen aus Ägypten über zwei Jahre lang das Programm für diesen besonderen Tag zusammengestellt. Zahlreiche Vorbereitungsteams aus engagierten Frauen haben die Themengottesdienste mit dem Motto „Wasserströme in der Wüste“ in der Region vorbereitet, so auch in der Auferstehungskirche.

Die Vielfalt der Lebenssituationen und die Perspektiven von Frauen in Ägypten, die Bedeutung der Geschichte ihres Landes, Negatives und Positives sowie die derzeitige politische Situation wurden bei den Präsentationen des Ökumenischen Arbeitskreises nicht ausgespart. Die zentrale Botschaft dieses Weltgebetstages war es, die Zukunftsvision vom „lebendigen Wasser“, wie sie Jesus im Gespräch mit einer Samaritanerin formulierte, zu vermitteln. Zwei Frauen gestalteten szenisch die Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium, in der Jesus sagte: „Das Wasser, das ich ihnen geben werde, wird in ihnen zu einer Quelle sprudelnden Wassers für das ewige Leben.“

Wasser ist wertvoll und hat in einem Land wie Ägypten, das zu 90 Prozent aus Sand- oder Steinwüste besteht, eine besondere Bedeutung. Wie das Wasser des Nils verzweigt seinen Weg durch die Trockenheit sucht, wird es zum Zeichen der Hoffnung.

Am Ende des Gottesdienstes teilten die Akteurinnen Karten mit dem Aktionsbild des Weltgebetstages aus. Dazu ermunterten sie die Besucher, sich mit solchen Fragen wie „welche Wüstenzeiten kenne ich“ und „wer oder was schenkt mir lebendiges Wasser“ Gedanken über den Sinn der Metapher zu machen. Eine Akteurin beantwortete zum Beispiel die zweite Frage mit: „Ich gebe meine Begeisterung für meinen Glauben gerne weiter“.

Gemeinsam wurde das Lied „Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom“ angestimmt, das wie alle an diesem Abend gesungenen Lieder von einer extra für diesen Gottesdienst zusammengestellten Musikgruppe instrumental begleitet wurde. Es folgte ein gemütliches Beisammensein im Gemeinderaum mit schmackhaften, ägyptischen Speisen wie Bulgursalat, Falafel und Hummus. Die Rezeptvorschläge hierfür kamen ebenfalls von den Frauen aus Ägypten.

Von Vera Hettenhausen

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