Theater-AG der Modellschule Obersberg präsentierte „zeit zu lieben zeit zu sterben“

Von Leben, Liebe und Freiheit

Höhepunkt der Aufführung: Hamid Balutsch wird von einem Seil an die Decke des Saals gezogen und lässt Glitzerpapier herabregnen. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. Die Zuschauerränge vor der Bühne im Audimax auf dem Schulcampus Obersberg sind gut gefüllt. Alle Gäste warten gespannt auf den Beginn der Premierenaufführung der neuen Inszenierung der Theater-AG der Modellschule. Die jungen Abiturienten präsentierten am vergangenen Freitag zum ersten Mal „zeit zu lieben zeit zu sterben“, ein Stück, an dem sie seit Beginn des Schuljahres hart gearbeitet haben.

Episodenform

Als pünktlich gegen 19.30 Uhr Kristof Eidam hinter einem Vorhang hervor kommt, liegt rund eine Stunde Schauspiel, Gesang, Musik und Tanz vor den Besuchern. Das Stück, das sich an einer Textvorlage von Fritz Kater orientiert, erzählt verschiedene Geschichten über das Leben junger Menschen in früheren Zeiten, die das Publikum manchmal zum Lachen bringen, manchmal aber auch zum Nachdenken bewegen. Teilweise spielen geschichtliche Bezüge in den unterschiedlichen Episoden ebenfalls eine Rolle. So entdecken in einer Szene zwei junge Männer, die in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) leben, den für sie neuen und einzigartigen Geschmack von Coca Cola. In einer anderen Episode versucht eine strenge Lehrerin, den Schülern in der DDR Disziplin anzuerziehen. Immer wieder scheint allerdings die Rebellion der Jugendlichen durch und der Drang nach Freiheit und Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück.

Neben den darstellerischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler überzeugte auch die Schülerband „Dachpappe“ das Publikum. Immer wieder gab sie eigene Lieder zum Besten, die sich nahtlos in die Textvorlage einfügten und die Aufführung lebendig machten. Auch die Lichteffekte überzeugten und gaben besonders dem zweifellosen Höhepunkt der Aufführung eine besondere Wirkung. Hamid Balutsch ließ sich als Teil einer Episode an einem Seil mehrere Meter in die Höhe ziehen, um anschließend Glitzerpapier von oben herabregnen zu lassen.

Spielleitung

Für die Spielleitung zeigten sich Klaus Riedel und Sebastian Stolz verantwortlich. Letzterer war zuletzt Leiter des Jungen Schauspiels am Theater in Eisenach gewesen und fügte sich perfekt in das Regie-Team ein. Abgerundet wurde das Ensemble durch René Alejandro Huari Mateus, der sich für die Choreographie verantwortlich zeigte, Lichttechniker Ingo Koinzer und die beiden Klettertechniker Jens Junek und Stefan Lausch.

Die Theater-AG präsentiert ihr Stück insgesamt vier Mal. Fast alle Vorstellungen sind ausverkauft.

Von Nicole Wagner

Kommentare