Das Leben kehrt zurück

Die Sanierung der Braunschen Villa in Bad Hersfeld ist fast abgeschlossen

In den Innenräumen wurden die Stuckdecken, die alten Türen und Böden erhalten, soweit es möglich war.

Bad Hersfeld. Als André Beutler aus Hilders im Mai 2013 erstmals seine Pläne für die schmucke Braunsche Villa an der Reichsstraße in Bad Hersfeld vorstellte, ging er davon aus, bis Ende des Jahres fertig zu sein. „Da war ich wohl etwas zu optimistisch“, sagt André Beutler rückblickend und lacht.

Jetzt sind die vielen Arbeiten aber so gut wie abgeschlossen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen, meint Beutler. Der 49-Jährige kennt sich mit solchen Häusern aus, ihm gehören mehrere ähnliche Objekte. „Ich habe ein Faible für alte Gebäude und man weiß, dass es immer teurer wird“, so der Diplom-Ingenieur lachend.

Außen unverändert

Von außen hat sich die laut Denkmaltopographie „am auffälligsten dekorierte Villa Hersfelds“, die 1896 für den Tuchfabrikanten Hermann Braun gebaut wurde, nicht verändert, abgesehen davon, dass wegen der Statik ein komplett neuer Dachstuhl gefertigt werden musste. Aber im Innern hatten die Handwerker viel zu tun. „Unter der Fassade ist alles neu, angefangen bei den Wasser- und Elektroleitungen“, sagt Beutler. Ein spezieller Sanierputz mit Isolierfunktion soll Feuchtigkeit aufnehmen und für ein gutes Raumklima sorgen.

Möglichst viel erhalten

Ansonsten habe man versucht, möglichst viel zu erhalten – von den Stuckdecken über die schweren Holztüren bis zum Parkettboden. Die Pläne stammen vom Planungsbüro Storch aus Eiterfeld-Körnbach.

Gekauft hat Beutler das Objekt, das zuvor durch mehrere Hände gegangen war, vor knapp sechs Jahren. Damals war er noch von einer Renovierung ausgegangen. Doch weil das dreistöckige Haus samt Keller mit fast 500 Quadratmetern in einem deutlich schlechteren Zustand war als gedacht, wurde eine Sanierung daraus. Die exakten Kosten möchte Beutler nicht nennen. Nur so viel: „Es handelt sich um einen siebenstelligen Betrag.“

Die lange Geschichte der Villa wurde bei den Arbeiten übrigens auch durch einen ganz besonderen Fund deutlich. „Unter einer Fußleiste haben wir eine Postkarte aus dem Jahr 1907 gefunden“, berichtet der Eigentümer, der die Karte natürlich behalten hat.

Jetzt soll wieder Leben in das historische Schmuckstück einkehren. Mit dem Ende der letzten Arbeiten will Beutler sich um die Vermietung der repräsentativen Räumlichkeiten kümmern, die etwa für Rechtsanwälte oder Steuerberater interessant sein könnten. „Ich Fulda schlagen sich die Anwälte um solche Villen“, weiß Beutler. „Ich hoffe, dass das hier auch so ist.“

Im Untergeschoss könnte sich der Eigentümer zum Beispiel ein uriges Weinlokal vorstellen. „Für so etwas bin ich offen“, sagt der 49-Jährige. Etwa 20 Parkplätze werden auf dem Grundstücke mit je einer Ein- und einer Ausfahrt zur Verfügung stehen. Die ungewisse Zukunft des zurzeit leerstehenden benachbarten Herkules-Centers bereitet Beutler kein Kopfzerbrechen. „Die Stadt ist offenbar bemüht, eine Lösung zu finden und schlimmer kann es ja nicht werden.“

Von Nadine Maaz

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