Lausbuben und mehr

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung,

einen Lausbubenstreich könnte man vermuten, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Ein Kind erzählt, es sei von einem Fremden aufgefordert worden, in sein Auto einzusteigen. Die besorgten Eltern informieren die Polizei - am Ende stellt sich heraus: Alles nur erfunden.

Kein Einzelfall wie sich herausstellt. Die Polizei Gotha meldete erst gestern, ein Mann habe versucht ein Kind in ein Kleintransporter zu ziehen. Auch hier: Das Ergebnis aus Information aus sozialen Netzwerken und viel Kinderfantasie.

Nicht mehr unter die Kategorie Lausbubenstreich fällt allerdings das, was die Verbraucherzentrale Bad Salzungen meldet. Mehrfach wurden Leute über das Postident-Verfahren geprellt. Die Masche: Bürger werden angerufen und gefragt, ob sie Geld anlegen möchten. Natürlich sagen sie „Nein“. Schon kurze Zeit später bringt der Postbote einen dicken Brief vorbei, dessen Annahme quittiert werden muss. Das Unternehmen sagt nun: Mit der Unterschrift wurde ein Vertrag geschlossen. Man solle ganz dringend auf die Widerrufsfrist achten, sagt Verbraucherberaterin Katja Kleimenhagen.

Unter die Kategorie Lausbubenstreich fällt vielleicht der Vorschlag des ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten Andreas Kaufmann bei der jüngsten Sitzung des Kreistages des Wartburgkreises. Er will die ehrenamtlichen Beigeordneten – also auch seinen eigenen Posten – abschaffen! Sein Argument: Als Kreistagsmitglied sei es seine Aufgabe für alle Bürger da zu sein und deren Interessen zu vertreten. Stattdessen wähle man für verschiedene Bürgergruppen einen Beauftragten nach dem anderen. Einen entsprechenden Antrag für seinen Vorschlag kündigte Kaufmann für eine der nächsten Sitzungen an.

Den einen oder anderen Lausbuben gibt es sicher auch im Borscher Kindergarten. Die Kleinen bekommen nun für 1,2 Millionen Euro ein neues Domizil. Schon nächstes Jahr sollen die Kinder einziehen.

Peggy.Machoi@stz-online.de

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