Geistalschüler planen Sponsoren-Rennen für ein SOS-Kinderdorf in West-Afrika

Laufen für Liberia

Sie können wieder lachen und haben doch Schlimmes erlebt: Im SOS-Kinderdorf von Monrovia finden Kriegswaisen und frühere Kindersoldaten ein neues Zuhause in ihrem vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg verwüsteten Land. Foto: SOS-Kinderdörfer, Benjamin Pahlich

Bad Hersfeld. Von wegen Osterferien! Lauftraining und Sponsorensuche stehen in den kommenden schulfreien Wochen auf dem Stundenplan der Geistalschüler. Denn am 17. April will die ganze Schule auf den Beinen sein, um auf dem Linggplatz möglichst viel Geld für ein SOS-Kinderdorf in Liberia zu erlaufen.

Die Idee ist im Religionsunterricht der 10. Klasse von Janine Apel-Herrmann entstanden. Die Schüler wollten mit einem gemeinsamen Projekt Geld für arme Kinder sammeln. „Uns geht es hier richtig gut, wir wollen deshalb Kindern helfen, die es wirklich nötig haben“„ erzählt Julia Langhorst. „Aber wir wollen auch wissen, dass das Geld wirklich ankommt“, ergänzt Franziska Göbel.

Durch den persönlichen Kontakt eines Mitschülers zu dem Bremer Lehrer Michael Jentzsch, der als Kind von Missionaren einen Teil seiner Jugend in Liberia verbracht hat, entstand die Idee, ein SOS-Kinderdorf in dem bitterarmen, west-afrikanischen Land zu unterstützten.

Jentzsch, der seine Erlebnisse in dem packenden Buch „Blutsbrüder“ festgehalten hat, wird am 9. April nach Bad Hersfeld kommen und bei Lesungen in der Geistalschule und abends ab 19.30 Uhr in der City-Galerie über seine Jugend und auch seine jüngste Reise nach Liberia berichten.

Seit Wochen planen die Schüler nun schon gemeinsam den Sponsorenlauf. Der Streckenverlauf, Musik, Schulsanitäter, Zelte für den Kuchenverkauf, Toiletten – alles musste von den Schülern organisiert werden.

Gerannt werden soll jahrgangsweise am Mittwoch, 17. April ab 9 Uhr auf dem Linggplatz. Möglichst oft soll jeder Schüler dort eine 260 Meter lange Strecke absolvieren. Für jede gelaufene Runde erhält der Schüler dann eine bestimmte Summe von Sponsoren, die er zuvor in der Verwandschaft und Bekanntschaft akquiriert hat.

Auch die Sparkasse, die VR-Bank, Tegut, Grenzebach und weitere Firmen unterstützen das Laufprojekt. Besonders engagiert sich auch der Bad Hersfelder Geschäftsmann Martin Knauff, der die City-Galerie für die Lesung von Michael Jentzsch zur Verfügung stellt und die Schüler auch sonst großzügig unterstützt.

Ziel der Geistalschüler und -lehrer ist es, eine dauerhafte Partnerschaft zwischen der Schule und dem SOS-Kinderdorf in Liberia aufzubauen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, doch auch der beginnt mit einem ersten Schritt – mit möglichst vielen Schritten für Liberia. HINTERGRUND

Von Kai A. Struthoff

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