Unterhaltsame Travestie-Show „Täuschungsmanöver“ in der Bad Hersfelder Stadthalle

Laser, Zoten, leere Stühle

Lola, der moppelige Publikumsliebling im „Täuschungsmanöver“, gab während der Pause gemeinsam mit Kolleginnen fleißig Autogramm, verkaufte CDs und posierte für Fotos. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Robert Schwarz vom Veranstalter 5Star-Events war geknickt. Gerade einmal 140 Besucher waren am Freitagabend in die Bad Hersfelder Stadthalle gekommen, um die Travestie-Show „Täuschungsmanöver“ zu erleben. Nach Reihe sieben war die Halle gähnend leer.

Dabei hatten Schwarz und seine Show-Truppe aus Männern in Frauenkleidern vor einem Jahr gute Erfahrungen mit Bad Hersfeld gemacht. Ein fast volles Haus und ein begeistertes Publikum. „Ich dachte, das spricht sich herum,“ sagte er mit wehmütigem Blick auf die vielen unbesetzten Stühle.

Zu viel los

Vielleicht sei doch zu viel los gewesen in den vergangenen Wochen in Bad Hersfeld, mutmaßte Schwarz. Denn an der Qualität des Gebotenen konnte es nicht liegen. Und die wenigen, die in die Stadthalle gekommen waren, die waren nicht zufällig da.

Vom ersten Spruch an ging das Publikum nicht nur willig, sondern mitunter enthusiastisch mit. Die Ankündigung von Conferencier Sissi Hot, man könne den Gürtel so tief schnallen, wie man wolle, die Show ziele noch darunter, nahmen die Zuschauer nicht als Drohung, sondern als freudig beklatschtes Versprechen.

So schlimm war’s dann allerdings nicht. Zotig ging es immer wieder mal zu, doch nackte Tatsachen gab es lediglich bei einem großzügigen Po-Ausschnitt.

Im Fünf-Minuten-Takt

Das hatte die Truppe um Drag Queen Paula Jackson auch gar nicht nötig. Mehr als zwei Stunden lang folgte eine quietschebunte Nummer auf die nächste, teils live, teils zum Playback gesungen und von der „Geschichte“ um die Wiedererweckung der entschlafenen Kleopatra zusammengehalten.

Das Publikum begegnete Showstars wie Prince, hörte Schlager und Disco-Hits quer durch die Jahrzehnte und wurde im Fünf-Minuten-Takt von immer neuen, höchst aufwendigen Kostümierungen überrascht.

War hier schon immer wieder angenehm erstauntes „Ah“ und „Oh“ zu hören, so war die Begeisterung erst recht riesengroß, als Paula Jackson im Laser-Kostüm ein Finale aus bunten Strahlen zelebrierte, indem sie auf den ganzen Saal ein zuckendes Lichtgewitter losließ.

Doch noch ein Versuch

Klar, dass das „Täuschungsmanöver“ nicht ohne Zugabe beendet werden konnte. Auch Veranstalter Schwarz meinte zum Abschluss versöhnlich, dass er nächstes Jahr vielleicht doch noch mal einen Versuch in Bad Hersfeld wagen werde.

Von Karl Schönholtz

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