Montagsinterview mit Bürgermeister Fehling über die Bad Hersfelder Festspiele

Am langen Ende als Team

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling (links) und Fachbereichsleiter Karl Schmidt zeigen: Die Bad Hersfelder Festspiele erhalten 2012 genauso viel Geld wie dieses Jahr. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Moderne Strukturen hat Bad Hersfelds neuer Bürgermeister Thomas Fehling den Festspielen verordnet. Seit dreieinhalb Wochen läuft der Vorverkauf für die Spielzeit 2012. Wir sprachen mit dem Rathauschef und dem Leiter der Festspielverwaltung, Karl Schmidt, über erste Bilanzen, Sparzwänge, neue Pläne.

Herr Bürgermeister, wie groß ist denn die Nachfrage der Kartenkäufer zum Start gewesen?

Thomas Fehling: Der Vorverkauf ist recht gut losgegangen, wenngleich man sagen muss, dass wir 2012 noch keinen Verkaufsrenner haben wie „Der Name der Rose“ in diesem Jahr. Von daher liegen wir ein kleines bisschen hinter den Zahlen der vergangenen Spielzeit. Trotzdem kann man zufrieden sein. Wir hatten zudem eine kleine technische Herausforderung bei der Umstellung auf den Ticket-Ausdruck zu Hause. Das handicapt uns noch ein bisschen, aber ich denke, das sollten wir in den nächsten Tagen gelöst haben.

Herr Schmidt, welche Stücke sind denn nun die Favoriten des Publikums?

Karl Schmidt: Zum jetzigen Zeitpunkt Favoriten auszumachen, ist schwierig. Wir ziehen eigentlich immer Anfang Januar, also nach dem Weihnachtsgeschäft, eine erste Zwischenbilanz. Sicherlich sind das Musical „Anatevka“ und „König Lear“ mit Volker Lechtenbrink gut im Verkauf. „Der Zauberberg“ hinkt dagegen erwartungsgemäß etwas hinterher, bewegt sich aber ungefähr auf dem Niveau von „Hamlet“ in diesem Jahr. Ein kleines Problem sind die Wiederaufnahmen von „Der Name der Rose“ und „Das Dschungelbuch“, die erfahrungsgemäß etwas langsamer anlaufen. Wir hoffen, dass die Nachfrage hier mit der Zeit noch anzieht.

Mit der Dramatisierung des Thomas-Mann-Romans „Der Zauberberg“ hat Intendant Holk Freytag einen richtig schweren Stoff ausgesucht. Aber die Festspiele gönnen sich ja eigentlich in jeder Spielzeit ein Stück, das in die Tiefe geht.

Schmidt: Das ist etwas, was wir uns hoffentlich auch in Zukunft leisten können. Natürlich sind wir immer wieder auf gute Verkaufszahlen angewiesen, damit die Einnahmen stimmen, das ist klar. Auf der anderen Seite stellen wir an unsere Festspiele einen sehr, sehr hohen künstlerischen Anspruch. Wenn man das tut, denke ich, dann ist es richtig, auch schwierige Stücke anzufassen.

Herr Fehling, Sie haben in diesem Jahr die ersten Versuche unternommen, das Umfeld der Festspiele zu verbessern. Sie haben besondere Kartenpakete angeboten und die Besucher nach ihren Wünschen gefragt. Was ergibt sich daraus für die kommende Spielzeit?

Fehling: Aus der Umfrage und dem Qualitätsprojekt, das wir gemacht haben, sind eine Menge von Vorschlägen, Ideen und Verbesserungsansätzen erwachsen. Da sind wir gerade dabei, dieses weiter umzusetzen. Es wird eine Reihe von Verbesserungen geben. Manche sind leichter sichtbar, manche sind eher intern in der Organisation. Ein Beispiel ist das Ticketdrucken zu Hause. Wir haben noch ein paar weitere Ideen in der Tasche, die wir jetzt noch nicht offenlegen wollen. Aber ich darf schon mal sagen, bei der Eröffnung zum Weihnachtsmarkt werden wir noch ein kleines Festspiel-Special ankündigen.

Von Karl Schönholtz

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