Am 30.4. werden analoges Fernsehen und Radio abgeschaltet

Wer zu lange zögert, guckt in die Röhre

Hersfeld-Rotenburg. Zum 30. April 2012 wird die Satellitenübertragung analoger Fernseh- und Radioprogramme abgeschaltet. Wer bis dahin nicht auf digitale Technik umgeschaltet hat, guckt in die Röhre. Fernseher bleiben schwarz. Das Radio rauscht nur noch.

Das spricht sich eher schleppend bei den Menschen im Landkreis herum. „Ein Drittel weiß es, ein Drittel weiß sehr wenig, und ein Drittel weiß nichts“, sagt Radio- und Fernsehtechnikmeister Alfred Kopetschek aus Bad Hersfeld, der schon 56 Jahre im Geschäft ist. „Uns graust es jetzt schon, wenn wir an den 30. April denken“, bekennt er. Denn es sei absehbar, dass Anfang Mai bei den Fachbetrieben die Telefone heißlaufen. Zwölf Radio- und Fernsehtechnikbetriebe sind bei der Kreishandwerkerschaft gelistet. Gerade ältere Menschen stünden der neuen Technik skeptisch gegenüber und warteten lieber ab.

Ansturm verhindert

„Von Ansturm kann keine Rede sein“, sagt auch Kopetscheks Kollege Günter Funk (62) aus Bebra . „Ich habe meine Kunden schon vor zehn Jahren mit der neuen Technik ausgerüstet.“ Besteht Beratungsbedarf, rückt Funk mit seinem Sohn aus und rüstet um. Ein neuer Empfangskopf für die Schüssel (LNB) samt Verteilung kostet um die 158 Euro. „Wir sind schon das ganze Jahr über dabei, und rüsten die Haushalte fleißig um“, sagt Michael Gregor, Chef des gleichnamigen Elektrofachhandels in Friedewald. Zwei Monteure sind ständig im Außendienst. Er ist sich sicher, dass bei den Kunden ein gehöriger Nachholbedarf besteht.

Allerdings befänden sich viele TV-Kunden noch im technischen Schlummerzustand, und es sei absehbar, dass sie am 30. April. ratlos in die schwarze Röhre schauten. Dabei, so Gregor, bewege die Kunden in erster Linie die Frage: „Habe ich das, oder brauche ich das noch?“ ZUM TAGE HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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