Zwischen den Zeilen

Lange Nächte zu Lolls

Volles Haus beim HZ-Lollsschoppen am Schilde-Park

Na, sind Sie auch etwas strubbelig? Die langen Nächte auf Lolls fordern ihren Tribut. Dabei habe ich den längsten und anstrengendsten Abend der Lolls-Woche bei der Stadtverordnetenversammlung in Heringen verbracht. Es ist wirklich unglaublich, was sich dort abspielt.

Das Parlament demontiert sich selbst, eine Stadt verharrt in Selbstblockade. Anträge, Gegenanträge, Anfechtungen und Klagen – wer soll das noch verstehen? Viele Heringer schämen sich inzwischen dafür, aus dieser eigentlich so stolzen Bergwerksstadt zu kommen.Und welcher Wähler soll seine Volksvertreter noch ernst nehmen, wenn statt mit Argumenten mit Pinocchio- Puppen Politik gemacht wird? Armes Heringen, ich wünsche Euch wirklich: Glück auf!

Sehr viel angenehmer, wenngleich auch ziemlich lang, war der Abend des Lolls-Schoppens im Verlagshaus unserer Zeitung. Wir alle haben uns wirklich darüber gefreut, dass auch Bürgermeister Thomas Fehling und seine Ehefrau unserer Einladung gefolgt sind. Fehling meint es mit seiner Ankündigung eines Neuanfangs nach dem Streit der vergangenen Wochen wirklich ernst – und das ist gut und wichtig für unsere Stadt. Als Zeitung wollen auch wir gern unseren Teil dazu beitragen.

Nun müssen nur noch SPD und Grüne über ihren Schatten springen. Doch die Verärgerung über die Anzeige wegen des vermeintlichen Geheimnisverrats im Magistrat sitzt tief. Dabei geht es um die Meldung über die Entlassung von Intendant Freytag, die noch während laufender Sitzung an die Medien durchgesickert war. Aber auch dabei wird wohl nicht so heiß gegessen wie gekocht wurde: Denn nicht die in Betracht gezogenen Paragrafen des Strafgesetzbuches mit ihren Androhungen von bis zu fünf Jahren Gefängnis sind hier anzuwenden, sondern die Hessische Gemeindeordnung. Und die besagt im Paragraf 24 zur Verschwiegenheitspflicht, dass Verstöße als Ordnungswidrigkeit zu ahnden sind. Im schlimmsten Fall droht da eine Geldbuße von 1000 Euro. Vielleicht könnte man aber die Anzeige ja gleich ganz zurückziehen.

Der heimliche Star unseres Lolls-Schoppens war übrigens Moni Liegmann, die rechte Hand von Neu-Intendant Dieter Wedel. Die quirlige Saarländerin bezauberte mit ihrem fast schon französischen Charme ihre Gesprächspartner. Sie sprudelt über vor lauter neuen Ideen für die Vermarktung der Festspiele. Das wird bestimmt spannend.

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