47 Nordhessinnen auf Einladung von MdB Roth in Berlin – Information über Frauenprojekte

Weg ist lang und holperig

Im Fraktionssaal der SPD-Bundestagsfraktion: Michael Roth mit seinen Gästen aus dem Wahlkreis. Foto: nh

BERLIN/BAD HERSFELD. Engagierte Frauen aus seinem Wahlkreis, für die das Thema Gleichstellung im Beruf und im Alltag von großer Bedeutung ist, hatte der Bundestagsabgeordnete Michael Roth gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten der beiden Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg, Thekla Rotermund-Capar und Dr. Andrea Fink-Jakob, nach Berlin eingeladen.

Beim Besuch in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen erhielten die Besucher einen Einblick in aktuelle Projekte der Bundeshauptstadt. Besonderes Interesse fand dabei das Projekt Ania, das erwerbslose Alleinerziehende qualifizieren und in Arbeit bringen soll. Aber auch häusliche Gewalt ist leider bei Frauen und Kindern ein nicht zu unterschätzendes Thema, wie die Initiatoren der BIG-Hotline erläuterten, die Ansprechpartner und Helfer für Betroffene sind. Und auch beim Besuch im Bundesfamilienministerium standen der Wieder- oder Neueinstieg von Müttern in den Beruf und häusliche Gewalt im Mittelpunkt.

Politische Mitbestimmung

Dass der Weg zur politischen Mitbestimmung von Frauen in Deutschland lang und holprig war, erfuhren die Nordhessen bei der Stadtrundfahrt, die von der Mitbegründerin von „Frauentouren“, Claudia von Gélieu, geleitet wurde. Die Trägerin des Berliner Frauenpreises konnte die wechselhafte Geschichte der Frauenrechtsbewegung anschaulich darstellen: „Frauen haben sich zu allen Zeiten politisch eingemischt, doch immer wieder wurde ihnen die politische Teilhabe verwehrt. Um die zahlreichen Barrieren zu überwinden, bedurfte es mehrerer Frauenbewegungen, viel Kreativität und Durchhaltevermögen“, sagte von Gélieu.

Um die Vereinbarkeit von Familie von Beruf ging es auch im Gespräch mit Michael Roth im Sitzungssaal der SPD-Bundestagsfraktion. Dabei stand der ab 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige im Mittelpunkt. Angesichts der derzeitigen Schwierigkeiten bei der Umsetzung müsste in den aktuellen Haushaltsberatungen mehr Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung beantragt werden, betonte Roth. „Wir brauchen in unserer Region flächendeckende Angebote in der Kinderbetreuung, damit wir auch in Zukunft für junge Familien attraktiv bleiben,“ ist Roth überzeugt.

Aber auch die aktuelle Krise in Griechenland spielte im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten eine Rolle. Roth, der auch europapolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, appellierte an seine Zuhörerinnen und Zuhörer, sich pauschalen Vorurteilen entschieden in den Weg zu stellen. „Die Krise trifft auch in Griechenland vor allem Familien, Rentner und Arbeitnehmer. Sie haben die Hauptlast der griechischen Spar- und Kürzungspolitik zu tragen.“ (red)

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