Keine Schäden durch schneereichen Winter – jetzt ist es zu trocken

Landwirte warten auf warmen Regen

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte in der Region warten dringend auf Regen. Schon im Februar hat es nur halb so viel Niederschläge gegeben wie normalerweise, und im März ist bisher mit 4,6 Millimeter pro Kubikmeter kaum ein Tropfen gefallen – über 56 Millimeter ist der durchschnittliche Wert.

Der ergiebige Schneefall war für die Pflanzen kein Problem. „Doch jetzt ist es zu kalt und zu trocken“, erklärt Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft des Kreises. Besonders gefährdet sind Raps und Wintergerste, die unter dem momentanen Wechselbad nächtlicher Fröste und sonniger Wärme tagsüber leiden. „Das ist Stress für die Pflanze“, sagt Dr. Gebauer. Von einzelnen Totalausfällen berichtet Kreislandwirt Horst Taube.

Äcker neu bestellt

Die ersten Landwirte hätten bereits umgepflügt und Sommergerste eingesät. Vor allem Höhenlagen und Nord-Ost-Hänge seien betroffen. Wegen der Trockenheit sind die Böden gut befahrbar, erklärt Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Nährstoffe können daher gut aufgebracht werden: Zurzeit bringen die Bauern Gülle, Mist und Mineraldünger aus, doch Trockenheit und Nachtfrost verhindern, dass die Pflanzen den Dünger aufnehmen können. Probleme gibt es auch bei Hafer und Sommergerste, weil die Saat ohne Regen nicht aufgehen kann. Doch Horst Taube ist zuversichtlich und rät, ein paar Tage zu warten: „Die Natur hilft sich“, sagt er.

Auch die Tiere haben sich im Winter selbst geholfen: Einige größere Schäden habe das Wild auf der Suche nach Futter verursacht, erklärt Diegel. Vor allem Raps, der schon üppiger stand, diente zur Nahrung. Sobald es etwas wärmer wird, beginnen die Landwirte mit dem Pflanzenschutz, und in etwa vier Wochen ist auch die Maisaussaat an der Reihe. ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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