Besonders Bauern mit wenig fruchtbaren Böden sind betroffen

Landwirte bekommen geringere Zulage

Hersfeld-Rotenburg. Weniger Geld für Bauern in der Region: Die Ausgleichszulage (AGZ) für landwirtschaftliche Flächen mit natürlicher Benachteiligung, zum Beispiel Äcker am Berg, ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Landwirte im Nebenerwerb befürchten nun in Zukunft zuzuzahlen, statt zu verdienen.

Diese Zahlung dient dazu, die Landwirtschaft in weniger ertragreichen Regionen zu erhalten, berichtet Hans-Jürgen Müller, Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen. Werden die Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, droht die Landschaft zu verbuschen, sagt Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Das könne sich negativ auf den Tourismus in der Region auswirken, befürchtet Kreislandwirt Horst Taube.

50 Prozent der Ausgleichszulage werden von der EU gezahlt, 30 Prozent vom Bund und 20 Prozent vom Land, erklärt Thomas Krenzer, Sachgebietsleiter Förderung beim Landratsamt Hersfeld-Rotenburg.

Die Höhe der AGZ richtet sich nach der Landwirtschaftlichen Vergleichszahl (LVZ). Sie stuft ein, wie ertragreich der Boden ist. Nach Angaben von Taube gehören über 90 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Kreis zum natürlich benachteiligten Gebiet. Ausgenommen sind Gebiete in Heinebach, Niederellenbach, Wehrda, Wetzlos und Schletzenrod, sagt Krenzer. Hier liegt die LVZ über dem Grenzwert, ab dem die Benachteiligung gilt.

Mindestens gezahlt werden 50 Euro pro Hektar für Grünflächen. Gesetzlich dürfen maximal 180 Euro gezahlt werden, sagt Krenzer. Im vergangenen Jahr lag der höchst Betrag bei 53 Euro, nur drei Euro über dem Mindestbetrag. So unterschied sich die Ausgleichzulage für Böden mit einer niedrigen LVZ kaum von der mit höherer LVZ. Höfe mit sehr schlechten Böden sind so besonders betroffen.

Hintergrund,

zum Tage, Seite 2

Von Lara Sasse

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