Facebook-Aktion: Fragen an die Kandidaten

Deshalb wollen die fünf Landrat werden

Hersfeld-Rotenburg. Vor der Landratswahl am 15. März stellen wir den fünf Kandidaten jede Woche eine Frage. Sie antworten alle ausführlich auf den Facebook-Seiten von HNA Rotenburg-Bebra und Hersfelder Zeitung.

Unsere erste Frage lautete: Warum wollen Sie Landrat bzw. Landrätin werden? Eine kurze Antwort hatte darauf keiner der fünf Kandidaten parat. Hier veröffentlichen wir zumindest Auszüge:

Jörg Brand, 43, unabhängiger Kandidat: 

„Wenn asylsuchende Menschen untergebracht werden, ist das mit denBürgern rechtzeitig zu erörtern. Entscheidungen hinter verschlossenen Türen sind ein absolutes No-Go! Wenn Entsorgungskunden geharnischt werden, eine Gebühr für null Leistung zu akzeptieren, dann ist das ein absolutes No-Go! Wenn eine Verabredung im Kreistag zum Schweigen aller über die Fusion des Klinikums mit Fulda betrieben wird, das ist ein absolutes No-Go. Diese Themen haben meine Entscheidung zur Kandidatur vorangetrieben. Ich möchte überparteilich und unabhängig, undurchsichtigem und bürgerfeindlichem Verwaltungshandeln ein Ende setzen.

Werner David, 59, FDP:

Alle Generationen sollen sich hier wohlfühlen. Hersfeld-Rotenburg stehtnicht schlecht da. Aber ein einfaches „Weiter so!“ reicht nicht aus. Herausforderungen werden sein, unsere Infrastruktur zu verbessern, weiteres Gewerbe und Industrie anzusiedeln, den demografischen Wandel der Gesellschaft vernünftig zu begleiten und die Schulden zu reduzieren. Die Probleme in unserem Landkreis sind oft komplex und sollten ganzheitlich angegangen werden. Meine langjährigen internationalen Erfahrungen in der freien Wirtschaft möchte ich hierfür nutzen und, gemeinsam mit allen Beteiligten, aktiv die Zukunft unseres Landkreises gestalten.

Dr. Michael Koch, 41, CDU

Hier in meiner Heimat möchte ich Landrat werden. Mein Wahlkampfslogan: Gemeinsam. Weiter. Erfolgreich. Gemeinsam: Engagierten Bewohnern, Mitarbeitern des Landratsamts, Mitgliedern des Kreistags, der Wirtschaft und den Verbänden werde ich die Hand reichen. Weiter: Die gute Arbeit von Dr. Karl-Ernst Schmidt will ich fortsetzen. Als Jurist habe ich viele Jahre Berufserfahrung in Politik und Verwaltung. Erfolgreich: Für erfolgreiches gestalten müssen die Arbeit und die Entscheidungen der Verwaltung im Sinne der Bürger entpolitisiert werden. Politik und Verwaltung müssen ihr Handeln besser erklären.

Elke Künholz, 55, SPD 

Als Vize-Landrätin konnte ich meine Verantwortung im Sozialbereich sehr schnell zum Positiven umsetzen. Ich weiß aber auch, was umgehend angefasst werden muss. Eine der wichtigsten Aufgaben ist schnelles Internet. Gewerbe, Dienstleister, Handwerk und Industrie brauchen die schnelle Informationstechnik. Wichtig ist das entschlossene und engagierte Eintreten für die Region. Wir können uns keine weiteren Verluste von Behörden leisten. Dagegen werde ich mich energisch einsetzen. Die Menschen und ihre Zukunft sind mir am Wichtigsten. Wie auch eine gesicherte, hochwertige Versorgung im Krankenhausbereich.

Alexander Sauer, 43, unabhängig

Ich weiß, wie sich politische Entscheidungen auf die Lebensverhältnissevor Ort auswirken. Ich halte es für falsch, dass konzeptlos Dorfgemeinschaftshäuser gebaut werden und man andererseits Hausbesitzer mit überzogenen Grundsteuern und Straßenbeiträgen zur Kasse bittet. Als Landrat will ich meine Kompetenzen nutzen und solchen Fehlentwicklungen entgegentreten. Den Weg aus den Schulden müssen wir für alle verträglich gehen. Das Positivste am Amt sind aber die Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist einfach genial, mit fähigen Leuten – z.B. bei der Klinikfusion – selbst regionale Strukturen zu schaffen, die Jobs und Lebensqualität bringen.

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