Kritik in der Feuerwehr-Dienstversammlung

Landrat: Versicherer demotivieren

Volles Haus: Die Führungskräfte der Feuerwehren im Kreis sowie die Bürgermeister wurden in Ronshausen über Aktuelles informiert. Fotos: Vöckel

Ronshausen. „Die Feuerwehr ist da, wenn man sie braucht!“ Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt würdigte in der Feuerwehr-Dienstversammlung am Samstag in Ronshausen die Leistungskraft der Frauen und Männer, die in ehrenamtlicher Bereitschaft rund um die Uhr für andere da seien.

Statistisch gesehen komme es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg dreimal täglich zu einem Feuerwehreinsatz. Diese ständige Einsatzbereitschaft zeichne die Einsatzkräfte aus und sei gar nicht hoch genug zu bewerten, sagte der Landrat.

Fehlalarme stärker bestrafen

Vor diesem Hintergrund sei es sehr ärgerlich, dass die Feuerwehren immer wieder durch Fehlalarme zu Einsätzen gerufen werden. Das waren im Vorjahr 155, darunter 103 durch Brandmeldealarme. Übrig blieben jedoch 52 Fehlalarme, die mutwillig ausgelöst worden seien. Das habe dazu geführt, dass eine Vielzahl von Feuerwehrleuten ohne Grund aus dem Schlaf gerissen oder von der Arbeit weggeholt worden seien.

„Fehlalarme sind keine Kavaliersdelikte. Sie sind eine Frechheit“, sagte der Landrat, der an die Justiz appellierte, solche Fälle härter zu bestrafen. Der Kreis werde in jedem Fall kompromisslos Strafanzeige stellen.

Zur öffentlichen Wahrnehmung der Feuerwehren gehöre auch die öffentliche Anerkennung. Das Gegenteil davon, nämlich Enttäuschung und Demotivation, könne allerdings das Verhalten bewirken, das derzeit Feuerwehren von Versicherungen erfahren.

Natürlich sei es Recht und Pflicht der Versicherungen, Einsatzrechnungen zu überprüfen. Es gehe aber nicht an, Rechnungen ohne Begründungen zu kürzen und zugleich Unterlagen einzufordern, die weit über das normale Maß und das erträgliche Miteinander hinausgehen. Das sei unangemessen. Der Landrat versprach, so weit das möglich sei, die betroffenen Feuerwehren und die Verantwortlichen in den Kommunen zu unterstützen.

Erfahrung mit solchen Problemen hatte Ronshausens Bürgermeister Markus Becker gleich zu Beginn seiner Amtszeit gemacht, wie er in seinem Grußwort schilderte. Eine Versicherung, aber auch das hessische Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil, habe die Zahl der Einsatzkräfte beim Beseitigen einer Ölspur angezweifelt. Dabei sei die ganz klar und eindeutig in einem Gesetz vorgegeben. Daran müssten sich die Feuerwehren halten. (zvk)

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