Im Landkreis klafft eine Finanzierungslücke von 25,4 Millionen Euro

Landrat stellt Haushalt mit Rekord-Defizit vor

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Bad Hersfeld. Der Haushalt 2011 des Landkreises Hersfeld-Rotenburg schreibt tiefrote Zahlen. Bei Erträgen von 141 Millionen Euro und Aufwendungen von 166,4 Millionen Euro schließt er mit einem Fehlbetrag von 25,4 Millionen Euro ab. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der den Entwurf des neuen Zahlenwerks gestern zur Beratung in den Kreistag einbrachte, bezeichnet den Haushalt als den bislang schwierigsten in der Geschichte des Landkreises.

Die Ende 2008 einsetzende Weltwirtschaftskrise habe dazu geführt, dass schon in 2009 ein Fehlbetrag von 6,2 Millionen Euro verkraftet werden musste. Dieser negative Trend setzte sich 2010 mit einem Defizit von 12,2 Millionen Euro fort und erreicht nun mit 25,4 Millionen Euro seinen vorläufigen, negativen Höhepunkt.

Steuereinnahmen brechen weg

Als wesentlichen Grund für die desolate Haushaltssituation führt der Landrat den kommunalen Finanzausgleich an. Dort treffe den Landkreis jetzt zeitversetzt die volle Wucht der zurückgegangenen Steuereinnahmen. Gegenüber 2010 betrage die Gesamtverschlechterung mehr als 11,9 Millionen Euro. „Wesentlicher Grund dafür sind die wegbrechenden Kreis- und Schulumlagegrundlagen, die innerhalb eines Jahres um 37,9 Millionen Euro zurückgegangen sind. Dies hat zur Folge, dass die Erträge daraus von 72 Millionen Euro auf 51 Millionen Euro sinken“, verdeutlichte der Landrat. Alle 20 Kommunen würden bei gleichbleibendem Gesamthebesatz von 55,5 Punkten in 2011 weniger Kreis- und Schulumlage an den Landkreis abführen.

Besorgniserregend sei die Entwicklung im sozialen Bereich. „Allein von 2005 bis 2010 betrug die Belastung bei den Kosten für die Unterkunft bedürftiger Menschen 58,4 Millionen Euro. Und für 2011 ergibt sich in diesem Bereich abermals eine Deckungslücke von 10,7 Millionen Euro“, rechnete Dr. Schmidt vor.  zum Tage, LokalSeite 2, Morgen mehr

Von Mario Reymond

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