Google filmt Häuser und Straßen - zwölf Autos unterwegs

Landkreis im Sucher der Kameras

Hersfeld-Rotenburg. Das Internetunternehmen Google hat für April und Mai angekündigt, in Waldhessen Straßen und Gebäude filmen zu wollen. Nach den Plänen des Unternehmens können dann noch in diesem Jahr im Internet bei Google-Street-View (Straßenschau) bundesweit Straßen und Gebäude mit Weitwinkel-Rundumblick angesehen werden.

In Deutschland werden bereits seit 2008 Fotos gemacht, so dass Fahrzeuge schon in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unterwegs waren. Dieses Jahr werden laut Google im Wesentlichen nur noch Lücken gefüllt und Fahrten dort wiederholt, wo es technische Probleme mit dem Bildmaterial gab.

Zwölf Kamera-Autos sind für Google von Süd- nach Nordhessen unterwegs. Für Marburg waren Aufnahmen im April angekündigt. Vereinzelt gab es Beschwerden, sagte Regina Linda vom Ordnungsamt. Aber Google müsse sich nicht anmelden, erklärte Linda.

Ob Google schon in Bad Hersfeld war, konnte deshalb auch Werner Steidel vom Fachbereich Bürgerdienste in Bad Hersfeld nicht sagen. Die Rechtslage müsse noch überprüft werden. Der Bebraer Bürgermeister Horst Groß sieht die Angelegenheit ganz entspannt: Er persönlich habe nichts gegen die Bilder und sehe auch die Privatsphäre nicht verletzt. „Es steht so viel im Internet“, sagte er, „das sehe ich ganz locker.“ Bürgermeister Manfred Fehr in Rotenburg ist wie seine Kollegen von Google nicht informiert worden. Doch das Filmen sei offensichtlich statthaft. Er spricht von einem seltsamen Verfahren, dass Betroffene widersprechen müssten.

Karl-Christian Schelzke vom Hessischen Städte- und Gemeindebund bestätigte, dass Google keine Genehmigung, etwa für eine Sondernutzung öffentlicher Straßen, benötige. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe habe darüber schon 1999 entschieden.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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