Mehr als 400 Gewehre und Pistolen bei Verwaltung abgegeben

Im Landkreis heißt es weiter: Waffen weg!

Hersfeld-Rotenburg. Damit hatte beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg niemand gerechnet: 435 Waffen – 316 Gewehre sowie 119 Pistolen und Revolver – sind von ihren Besitzern seit Jahresbeginn zurückgegeben worden, weil es keine Möglichkeit gab, sie nach den gesetzlichen Vorschriften sachgerecht zu lagern. Das hat Michael Adam vom Büro des Landrats bekanntgegeben.

Zahlreiche Waffen waren schon bis Ende 2009 zurückgegeben worden – von Menschen, die keine Erlaubnis zum Besitz hatten, berichtet Adam weiter. Anschließend waren noch einmal rund drei Viertel der registrierten Besitzer angeschrieben worden, die bis Ende Januar noch nicht nachgewiesen hatten, dass sie ihre Schusswaffen entsprechend den Vorschriften – in einem speziellen Waffenschrank, Waffe und Munition getrennt – lagern. Der Landkreis hatte für die Zeit nach Ablauf der Frist Ende vergangener Woche Kontrollen angekündigt.

„Einer kam gleich mit sechs Gewehren an.“

Michael Adam

„Viele mussten sich da eigens einen Schrank zulegen“, glaubt Adam. Ein solches Möbel ist ab 150 Euro zu haben, sagt Adam weiter – je nach Größe und Ausstattung kann der Preis aber auch in vierstellige Höhen gehen. „Da haben viele wohl gedacht, was soll ich mit dem Waffenzeug“, vermutet Adam weiter. „Einer kam gleich mit sechs Gewehren auf einmal an“, erinnert er sich. Auch in Zeitungen und im Internet seien in der jüngsten Vergangenheit vermehrt Waffen zum Verkauf angeboten worden, hat er beobachtet.

Die abgegebenen Schusswaffen bleiben natürlich nicht in den Räumen des Landkreisamts, betont Adam. Sie sind bereits eingeschmolzen worden. „Schwerter zu Pflugscharen“, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung.

Von Rainer Henkel

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