Flurbereinigung in der Gastronomie: Mitarbeiten zum Überleben

Im Landkreis geht der Kneipentod um

Hersfeld-Rotenburg. 16 Gastronomen im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben 2009 den Hahn abgedreht. Einige für immer. Das gesetzlich verfügte Rauchverbot, das geänderte Konsumverhalten der Gäste, aber auch Krankheit und Altersgründe zwangen Wirte dazu, ihre Gaststätten zu schließen. Der Kneipentod in Stadt und Land vollzieht sich schleichend.

Das hat Karl Asbach aus Hohenroda, 2. Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa), beobachtet. Der Verein zählt noch 120 Betriebe, von der Kneipe an der Ecke über den Landgasthof bis zum Vier-Sterne-Hotel. „Es ist viel in Bewegung“, bestätigt auch der 1. DeHoGa-Vorsitzende Hanns-Karl Madelung.

Karl Asbach kommt als Gastronomievertreter bei 450 Kunden in Hotels, Gaststätten Restaurants und Vereinsheimen in Hessen und Thüringen viel rum. Er hat einen Überblick über den Markt, um den er sich mit den Vertretern anderer Brauereien bemüht.

„Ein guter Gastronom hat immer seine Daseinsberechtigung“, sagt Karl Asbach. Wer nicht selbst im Betrieb mitarbeite oder eine zu hohe Kostenstruktur habe, falle der laufenden Marktbereinigung zum Opfer. Dieser Trend, bei dem sich die Spreu vom Weizen trennt, wird auch 2010 weitergehen. „Jetzt rächt es sich, wenn man lange Zeit nichts in seinen Betrieb investiert hat oder jahrelang dieselbe Speisekarte präsentiert“, sagt Asbach.

Wer kein Geld hat, trinkt sein Bier daheim. Gerade das Internet tue der Gastronomie weh, weil die Jugend wegbleibe. Familien sparten sich den Urlaub vom Munde ab und verzichteten darauf, essen zu gehen. Besonders hart trifft das Kneipensterben die Dörfer. In Lüdersdorf, Wehrda, Obergeis, Raboldshausen, Hilmes und Niederjossa schlossen Gaststätten. Das Ransbacher Schiffchen ging in Insolvenz. Der Berggasthof Eisenberg machte zu. Selbst die Bebraer Bahnhofsgaststätte gab auf. ZUM TAGE, UMFRAGE

Von Kurt Hornickel

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