Kritik an Masterplan Fuldaaue – Verbrauch wertvoller Ackerfläche

Landfraß vertilgt das Sahnestück der Bauern

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte ziehen die Reißleine: Der Verbrauch wertvoller Ackerflächen nimmt ein Ausmaß an, das die Landwirtschaft in der Region bedroht. Allein in seinem Leben, so erklärt Kreislandwirt Horst Taube, seien schon 20 bis 25 Prozent der Flächen verloren gegangen. Nicht nur immer neue Siedlungsflächen und Industriegebiete, für die Ausgleichsflächen benötigt werden, sind der Grund, sondern auch Vorhaben wie der Masterplan Fuldaaue.

Wenn Ackerflächen in der Fuldaaue zu Grünland umgewandelt werden, geht es um die ertragreichsten Schläge der Bauern. „Das ist so, als wenn man einem Landwirt das Herz rausreißt und er soll mit dem Rest weiterleben“, erklärt Taube. Er, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Friedhelm Diegel, und Nebenerwerbslandwirte wie Thilo Frankfurth (Heinebach) kritisieren aktuell den Masterplan Fuldaaue der Zusammenarbeit Rotenburg, Bebra, Alheim, kurz Zubra. Es werde hier über Flächen verfügt, die anderen gehörten, sagt Diegel.

Ackerflächen seien aber die Sahnestückchen der Landwirte. In 20 bis 30 Jahren seien keine Ausgleichsflächen mehr vorhanden. Er fordert, dass die Zubra mit Vernunft und Augenmaß vorgeht. Von extensiv bearbeitetem Grünland könne kein Landwirt leben, ergänzt Taube. Man wolle in die Planungen einbezogen werden, „den Traum von der grenzenlosen Flächenverfügbarkeit können wir nicht weiterträumen“, sagt Diegel.

Frankfurth spricht bezüglich des Masterplans, in dem von Hundespielwiesen, Rangern und einer Flurbereinigung die Rede ist, von Fantasien und fragt nach den Kosten. Überall sei intakte Landschaft sagt er.

Intensiv hat sich auch ein sachkundiger Bürger aus Alheim mit dem Plan beschäftigt. Dabei hat er festgestellt, dass sich der Masterplan Fuldaaue in weiten Teilen mit dem Masterplan „Emscher-Zukunft“ deckt. ZUM TAGE / SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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