Kapitaler Leitungswasserschaden: Ortsgruppe muss Vereinshaus an der Geis abreißen

Land unter im DLRG-Heim

Die Nässe hat die gesamte Unterkonstruktion des Holzhauses zerstört. DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Matthias Orth inspiziert den aufgehackten Fliesenboden. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Äußerlich wirkt das Holzhaus am Ufer der Geis unauffällig, drinnen riecht es jedoch wie in einer Waschküche. Die sommerliche Hitze auf dem Dach hüllt den Versammlungsraum in Nebel.

„Jetzt fängt es an zu faulen“, sagt Matthias Orth, der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Bad Hersfeld, der dir Tür aufgeschlossen hat. Den Mitgliedern der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft bleibt nichts anderes übrig, als ihr Heim am Fuße des Frauenbergs abzureißen.

Im Dezember fiel die Heizung, eine Gastherme, aus. Der Dauerfrost sprengte alle Heizkörper und das Wasserleitungssystem. 20 000 Liter Wasser fluteten das Innere des Hauses. Erst am Nikolaustag wurde der Schaden entdeckt, denn zur Winterszeit ist nicht an jedem Tag Betrieb im Haus. Das Holzhaus beherbergt den Jugend- und Schulungsraum, das Büro sowie die Toiletten und die Küche.

Vereinsleben leidet

„Durch den Frostschaden ist praktisch unser Vereinsleben zusammengebrochen“, sagt Vorsitzender Matthias Orth. Zwölf Betreuer zählt der Verein, der 450 Mitglieder hat.

Zwar läuft die Ausbildung der 90 Kinder und Jugendlichen zu Schwimmern und Rettungsschwimmern im Bad der Obersbergschulen weiter problemlos, und auch der massive Bereich der Garagen hat keinen Schaden genommen. Dafür steht das Zentrum der Vereinsarbeit nicht mehr zur Verfügung. Die Jugendarbeit der DLRG besteht nicht nur aus der Schwimm-Ausbildung. Auch Bastel- und Spielenachmittag oder Videoabende organisieren die Betreuer für ihren Nachwuchs. „Langsam macht sich bei den Kindern und Jugendlichen Frust breit“, sagt Matthias Orth.

Zwar war der Verein gegen die Schäden versichert, aber zunächst wollte die Versicherung nicht im vollen Umfang die 30 000 Euro erstatten. Dieser Betrag ist die geschätzte Schadenssumme. Mit Hilfe eines Rechtsanwalts holte die DLRG aber noch 22 500 Euro von der Versicherung. Die DLRG kann Leben retten, ihr eigenes Haus aber nicht, das musste selbst die Trockenlegungs-Firma einräumen, die vom Versicherer entsandt wurde.

Die Hütte ist Baujahr 1975, hat ein ungedämmtes Eternit-Dach und nur eine Wandstärke von 7,5 Zentimetern.

Jetzt wollen die Vereinsmitglieder ihr Heim ausräumen, damit in drei Wochen der Abriss beginnen kann. Der Antrag für einen Neubau ist eingereicht. Um den Plan zu verwirklichen, fehlen dem Verein aber noch 10 000 Euro. Die DLRG hofft auf Gönner und Sponsoren.

Von Kurt Hornickel

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