Jugendliche aus Israel zu Gast in Bad Hersfeld – Austausch mit Beruflichen Schulen

Im Land der tollen Autos

Erinnerungsfoto vor dem Rathaus mit Stadtrat Valentin Wettlaufer, der die Jugendlichen aus Israel im Namen der Stadt begrüßt hatte, Erit Baruch (von rechts), Brigitte Arens, Falko Radewald, Ygal Brantman und Bürgermeister a.D. Hartmut H. Boehmer (von links). Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Autofahrernation Nummer 1 ist Deutschland für die Jugendlichen aus Israel. 14 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 16 und 18 aus dem Hadassah Neurim Youth Village sind zurzeit auf Einladung der Beruflichen Schulen zu Gast in Bad Hersfeld und völlig begeistert von der Stadt, ihren Menschen, den alten Häusern und natürlich den schnittigen Autos.

Die Verbrechen, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft an den Menschen jüdischen Glaubens begangen wurden, sind dabei nicht vergessen. Während eines Besuchs des Konzentrationslagers Buchenwald gestalteten die Jugendlichen aus Israel eine Zeremonie mit Liedern und Gebeten. „Das war sehr ergreifend, auch für unsere deutschen Schüler“, berichtet Brigitte Arens, die im Februar eine Schülergruppe vom Obersberg nach Israel begleitet und jetzt den Gegenbesuch organisiert hat.

Doch überwiegend positiv ist der Eindruck, den die jungen Israelis, von denen viele aus Russland stammen und erst seit einigen Jahren das Internat in dem Jugenddorf besuchen, von Deutschland haben. Die Menschen seien so nett, schwärmt Lehrerin Erit Baruch, es sei alles so schön hergerichtet und so sauber. Von den Möglichkeiten, an den Beruflichen Schulen im Labor zu arbeiten, waren die Jugendlichen so begeistert, dass sie dafür gerne einen Teil ihrer Mittagspause sausen ließen, um noch weitermachen zu können. Auf dem Programm der Gruppe aus Israel standen außer Buchenwald und Weimar Firmenbesuche, eine Stadtführung, das Besucherbergwerk Merkers, sowie Ausflüge nach Frankfurt und zum Point Alpha. Untergebracht waren die Israelis in der Jugendherberge.

Eine dezentrale Unterbringung in Familien hatte das israelische Bildungsministerium aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Der Sicherheit ist es auch geschuldet, dass die Jugendlichen in Israel ein relativ stark kontrolliertes und reglementiertes Leben leben. Umso mehr genossen sie die Freiräume, die sich ihnen hier boten.

Kontakte zwischen den Jugendlichen aus Israel und Deutschland hätten sich leicht und unkompliziert ergeben, freut sich Brigitte Arens. Und das, obwohl die Gäste häufig nur hebräisch und russisch sprachen und die Deutschen englisch.

Unterstützt wurde der Austausch, der von Schulleiter Falko Radewald initiiert wurde, von der Stadt Bad Hersfeld, der Sparkasse, Lions- und Rotary Club und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Von Christine Zacharias

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