Ehemalige Volontäre stellten bolivianische Bräuche und Sitten im Ikuz vor

Aus dem Land der Gegensätze

Die Volontäre der „Fundacion Arco Iris“ stellten bei ihrem Infonachmittag im Ikuz unter anderem traditionelle bolivianische Volkstänze vor. Foto:  Horst

Bad Hersfeld. „Bolivien –Land der Gegensätze“, war das Thema eine Veranstaltung, die jetzt im Interkulturellen Zentrum (IkuZ) in Bad Hersfeld stattfand. Ehemalige Freiwillige, die ein Jahr lang die „Fundación Arco Iris“ (auf deutsch: Stiftung Regenbogen) unterstützt hatten, berichteten von ihren Projekten und Erfahrungen in der bolivianischen Stadt La Paz.

Kultur hautnah miterleben

Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine kleine Einführung in die geographischen und politischen Gegebenheiten des Landes. Bolivien wurde als ein multinationaler Staat vorgestellt, in dem mehrere Kulturen, darunter zahlreiche indigene Völker, nebeneinander existieren. Die Kultur des Landes erlebten die Besucher des IkuZ dann sozusagen hautnah mit, denn einige der Freiwilligen präsentierten verschiedene bolivianische Volkstänze, die sie während ihres Aufenthalts in La Paz erlernt hatten.

Neben diesen heiteren Darbietungen wurden aber auch die Probleme des Landes thematisiert, denn Bolivien gilt als das ärmste Land Südamerikas. Den Kontrast zwischen arm und reich verdeutlichte ein als Schuhputzer verkleideter junger Mann. Solche Schuhputzer polieren in der staubigen Stadt La Paz die Schuhe der Reichen, genießen in der Gesellschaft jedoch einen schlechten Ruf. Aus diesem Grund verhüllen sie ihr Gesicht, um unerkannt zu bleiben.

Ein weiteres Zeichen der Armut sind die zahlreichen Obdachlosen, allein in La Paz leben circa 30 000 Kinder und Jugendliche auf der Straße. Diese oftmals als „Wegwerfkinder’ bezeichneten unterstützt die „Fundación Arco Iris“ mit verschiedenen Projekten, die von Wohnheimen für obdachlose Mädchen und Jungen über Krankenhäuser zur medizinischen Versorgung, bis hin zu Werkstätten zur beruflichen Qualifizierung reichen. Ziel ist es dabei vor allem, Nachhaltigkeit zu erzeugen und den Menschen bessere Lebensmöglichkeiten aufzuzeigen, sie aber dennoch nicht abhängig von der Stiftung zu machen.

Die ehemaligen freiwilligen Helfer wollen die Arbeit der bolivianischen Stiftung Arco Iris weiterhin unterstützen, sowohl finanziell als auch organisatorisch. Aus diesem Grund treffen sie sich halbjährig in Deutschland und haben den Förderverein „Faiv“ (Fundación Arco Iris Voluntarios) gegründet. Weitere Informationen zu diesem Verein gibt es im Internet unter www.foerderverein-arco-iris.de

Von Laura Horst

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