Aus Liebe zu Vietnam und einer Frau zog Borries Plass nach Asien

Vom Land erobert

Vor dem Denkmal: Plass posiert mit „Onkel Ho“.

Bad Hersfeld / Vietnam. Sein größtes Abenteuer in Vietnam hat Borries Plass gerade erst hinter sich. Der 35-jährige Geschäftsführer einer deutschen IT-Firma hat am vergangenen Wochenende Fansipan, den höchsten Berg Vietnams mit 3143 Metern, bestiegen. „Unbeschreiblich“ sei das Naturschauspiel gewesen, sagt Plass, der seit Oktober 2008 in Ho Chi Minh Stadt lebt.

„Mir imponiert der Stolz der Menschen. Die Vietnamesen haben es trotz der Angriffe der Franzosen, Amerikaner und Chinesen immer wieder geschafft, ihre Unabhängigkeit und Autonomie zu fordern und zu wahren“, sagt Borries Plass. Deshalb habe er sich in das Land verliebt. Und in die offenen, freundlichen Menschen, besonders aber in eine bestimmte Frau. Wegen eines Praktikums bei Siemens war er 1998 zum ersten Mal in Vietnam und lernte dort Thu Ngo kennen.

Sie hielten Kontakt, sahen sich aber erst 2007 wieder – bei der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes. Und wegen ihr packte der Internationale Betriebswirt seine Sachen zusammen, setzte sich in den Flieger , zog in die Stadt, die einmal Saigon hieß. Jetzt lebt er mit Thu Ngo und deren Tochter Annie zusammen. Zurück in Waldhessen ließ er seine Mutter Iris Plass-Geißler, die in Bad Hersfeld wohnt, und viele Freunde. „Primär wollte ich die Entfernung zu meiner Verlobten verringern. Zudem wollte ich auch die beruflichen Perspektiven ausloten, die Vietnam bietet“, sagt der Mann, der lange beim TV Eitra Handball gespielt hat. Der Sprung in die Selbstständigkeit und der Aufbau von Unternehmen, die einen Fokus auf Deutschland haben, seien momentan sehr angesagt und leicht umzusetzen.

Vermisst kühle Luft

Bevor es soweit war, stand Plass aber erstmal vor einem Problem: Vietnamesisch lernen ist keine kleine Herausforderung: „Das ist wirklich schwierig aufgrund der verschiedenen Töne. Man muss sehr genau und präzise in der Aussprache sein, um überhaupt verstanden zu werden.“ Mittelfristig kann sich Plass vorstellen, mit seiner Familie zurück nach Deutschland zu gehen. „Konkrete Pläne“ gebe es aber nicht. Manchmal vermisst der 35-Jährige nämlich seine alte Heimat, vor allem „frische kühle Luft, nordhessische Wurstspezialitäten und die Bad Hersfelder Festspiele“.

Von Judith Strecker

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