Heimatforscher Victor Sabo präsentiert ein umfassendes Buch zur regionalen Geschichte

Im Land der Buchen

Victor Sabo (rechts) und Pfarrer Thomas Funk vor dem Flügelalter in Odensachsen. Foto: Aus dem Buch

Bad Hersfeld. Im Buchenland war ganz schön viel los. Schon die alten Germanen hinterließen hier ihre Spuren. Auch vom finsteren Mittelalter zeugen trutzige Burgen. Unsere Region kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, die der Heimatforscher Victor Sabo aus Neukirchen im Haunetal in seinem neuen Buch „Im Herzen der Buchonia. Auf den Spuren unserer Geschichte im Buchenland“ detailliert nachzeichnet. Sabo präsentiert darin eine eindrucksvolle Sammlung mit zahlreichen Illustrationen und bildlichen Darstellungen zur heimatgeschichtlichen Forschung.

Breites Forschungsspektrum

Dabei wagt er durch zahlreiche Informationen, Materialien und Unterlagen zur Geschichte und Entwicklung der Region eine Gradwanderung zwischen einzelnen Teildisziplinen der Forschung. Auf mehr als 500 Seiten decken die behandelnden Themen ein breites Forschungsspektrum aus der Archäologie, Geologie, Heimat-, Kirchen- und Kunstgeschichte ab. Diese ermöglichen es, die in Vergessenheit geratene Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen.

So erfährt der Leser, dass „Buchonia“ eine alte Landschaftsbezeichnung für unsere Region ist, deren Bedeutung auf gewaltige Buchenwälder längst vergangener Tage zurückzuführen ist.

Neben der geographischen und geologischen Entstehungsgeschichte, wird in diesem Buch auch die Ansiedlung und der Entwicklungsprozess der ersten Menschen von der Steinzeit bis in die Zeit des „Imperium Romanum“ thematisiert. Den Schwerpunkt bildet jedoch die Geschichte der Region während des Mittelalters mit der Burg Hauneck als deren Mittelpunkt. So ermöglicht der Inhalt einen Exkurs durch die dunklen Zeiten des „finsteren Mittelalters“ in die merowingische und mit dem Frühmittelalter in die karolinische Zeit des Frankenreiches zu unternehmen.

Gründung der Klöster

In diese Zeit fällt auch die Christianisierung der Region, sowie die Gründung der Klöster Fulda und Hersfeld. Aber auch das Hoch- und Spätmittelalter mit seinen edlen Tugenden des Rittertums und seiner beeindruckenden Architektur des Burgenbaus werden ausgiebig besprochen.

Dabei sind die zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen in der Region ebenso ein Thema, wie auch die Herausbildung regionaler Adelsgeschlechter, sowie die Kirchengeschichte.

Der heute 72-Jährige Victor Sabo kam im Mai 1946 mit seiner Familie als Flüchtling aus dem ehemals österreichisch-ungarischen Teil von Jugoslawien nach Neukirchen und konnte hier im Laufe der Jahre nicht nur ein Zuhause, sondern eine Heimat finden.

„Es war für mich ein inneres Verlangen diese für mich neugewonnene Heimat historisch zu erfassen und für die Nachwelt zu erhalten. Denn dieser Region kommt eine weitaus größere geschichtliche Bedeutung zu, als sie selbst erahnen lässt“, erklärt Victor Sabo den von ihm akribisch betriebenen Arbeitsaufwand.

Das nun mit einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienene Buch, dass Victor Sabo zur regionalen Geschichte verfasst hat, kann für 20 Euro erworben werden. Verkauft wird es unter anderem über die Marktgemeinde Haunetal, sowie über die Sparkasse in Hersfeld-Rotenburg und Haunetal. Im Handel ist es nicht erhältlich. Präsentation

Von Adrian Witt

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