Wochenendporträt: Event-Managerin Heide Aust kommt nur selten zur Ruhe

„Du läufst ständig auf 180“

bad hersfeld. Das Telefon steht nicht still. Fast nie in diesen Tagen. Kaum erscheint Heide Aust zum Termin, klingelt es schon wieder. Sting, Fields of Gold. Eine leise Melodie in lauten Zeiten. „Kann ich dich bitte morgen zurückrufen, ich bin bei einem Termin“, fragt die 41-Jährige.

Es ist viel zu tun. Feierabend um 18 Uhr? Beinahe unvorstellbar. Die selbständige Event-Managerin bereitet in diesen Tagen mit dem SC Neuenstein den Bad Hersfelder Lollslauf vor, für dessen Marketing und Pressearbeit sie mit ihrer Event- und Sportmarketing-Agentur „Speed“ zuständig ist.

Vor zehn Jahren macht sich Heide Aust selbständig. Dass sie diesen Weg geht und nicht – wie ursprünglich geplant – den in Richtung Journalismus einschlägt, hat sie bis heute nicht bereut. Auch wenn sie zugibt, den Stress, den die Arbeit so mit sich bringe, vor einigen Jahren noch besser verkraftet zu haben. „Du läufst ständig auf 180. Ich muss mir jetzt schon meine Pausen gönnen, wenn das möglich ist“, sagt sie.

Entspannung findet die 41-Jährige beim Sport. Sie ist Spielertrainerin von Rotenburgs Volleyballerinnen. Oder aber zu Hause, in ihrem Haus mit dem 8000-Quadratmeter-Grundstück in Gittersdorf, das sie allein bewohnt – und bewirtschaftet. „Da kann ich die Tür hinter mir zumachen und abschalten. Da klingelt dann auch kein Telefon“, sagt sie. Heide Aust ist ledig, tanzt auch beruflich auf vielen Hochzeiten.

„Die Arbeit bei Olympischen Spielen wäre ein Traum von mir.“

heide aust

Die beiden Geschäftsführer-Jobs bei SMOG (Schule machen ohne Gewalt) und beim Hessischen Basketball-Verband fordern Zeit. Dazu der Lollslauf und Sport & Show. Und natürlich die eigene Agentur, die sie in Neuenstein betreibt. Seit Jahren gibt es in der Region kaum ein sportliches Groß-Event, bei dem Heide Aust nicht ihre fleißigen Finger im Spiel hat. Handball-Sparkassen-Cup, Challenge Lauf in Fulda und und und...

Der Sport hält sie gefesselt. Was sonst würde das Werder Bremen-Logo auf ihrer lässigen, beigen Umhängetasche suchen. „Ich bin Fußballfan, kann aber fast mit allen Sportarten etwas anfangen“, sagt sie. Als sie als 18-Jährige für ein Jahr in Neuseeland lebt, absolviert Werder Bremen dort ein Trainigslager. „Weil ich dort die einzige deutsche Journalistin war, hatte ich einen tollen Kontakt zur Mannschaft. Seitdem bin ich Bremen-Fan.“

Damals berichtet sie auch für die Hersfelder Zeitung, für die sie mehr als zehn Jahre als freie Mitarbeiterin im Einsatz ist. Mit dem damaligen Bremer Torjäger Wynton Rufer besteht der Kontakt bis heute, erzählt sie lächelnd.

Von Sascha Herrmann

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