Hessen Mobil will Anwohner des Eichhofs und Johannesbergs vor Belastung schützen

A4: Lärmschutz zehn Meter hoch

Diese Grafik von Hessen Mobil zeigt, dass allein die Randgebiete des Johannesbergs von geringfügig höherer Lärmbelastung betroffen sind. Foto: Lenk

Bad Hersfeld. Vor allem um den Lärmschutz sorgten sich die Anwohner des Johannesbergs und Eichhofs, die am Dienstagabend in die Stadthalle gekommen waren. Dort wurden die Baupläne für den Planungsabschnitt Bad Hersfeld West im Zuge der Grunderneuerung der A4 vorgestellt.

Diesen werden 2020 laut Prognose von Hessen Mobil fast 40 000 Kfz pro Stunde passieren, davon 17 Prozent Schwertransporter. Um einen fließenden Verkehr zu garantieren, sind ein fünfter Fahrstreifen sowie breitere Mittel- und Seitenstreifen notwendig. „Die meisten kennen Hersfeld ja nur aus den Stauwarnungen“, kommentierte Bürgermeister Thomas Fehling die derzeitige Auslastung des Teilstückes.

Außerdem soll auf der Höhe des Johannesbergs ein Lkw-Parkplatz samt WC-Anlage errichtet werden, um den Fernfahrern Parkmöglichkeiten außerhalb der Stadt zu bieten, um diese zum Beispiel aus der kleinen Industriestraße fernzuhalten. Der rund 3,8 Kilometer lange Abschnitt ist mit 82 Millionen Euro der teuerste bei der Erneuerung.

Die Anwohner waren besonders an der Lärmbelastung durch die Erweiterung interessiert. Um diese niedrig zu halten, sind Lärmschutzwände auf einer Länge von insgesamt 3,2 Kilometern geplant. Diese sollen aus einer sechs Meter hohen Betonwand sowie weiteren vier Metern durchsichtigem Acryl bestehen, also insgesamt zehn Meter hoch sein, was den aktuellen Stand der Technik ausreize. Einzig auf der Fuldabrücke erreiche die Konstruktion aus statischen Gründen nur eine Höhe von vier Metern. Außerdem ist die Lärmschutzwand zur Fahrbahn geneigt, was deutlich effektiver gegenüber anderen Lösungen sei, erläuterte Schallschutzexperte Frank Olbrich.

Auf einer Karte wurde den Bürgern gezeigt, in welchen Bereichen mit erhöhtem Lärmvorkommen zu rechnen ist. Die Grenzwerte für Wohngebiete liegen bei maximal 59 Dezibel bei Tag, sowie 49 Dezibel bei Nacht. Nachts würde laut Berechnung dieser Wert mit 49 bis 51 Dezibel leicht überschritten, allerdings auch nur am Rand der Wohngebiete von Johannesberg, Eichhof und Kurviertel.

Lärmschutzmauern werden normalerweise nur bei sechsspurigen Autobahnen genehmigt, aufgrund der Nähe zu den Wohngebieten seien diese allerdings unverzichtbar, betonte Hessen Mobil.

Im September beginnt das Planfeststellungsverfahren für das Projekt, das bis zu zwei Jahren dauern könnte.

Von Kevin Lenk

Kommentare