Personalrat des Arbeitsgerichts Bad Hersfeld kritisiert geplante Verlegung nach Fulda

Längere Wege, höhere Kosten

Simone Kostyra

Bad Hersfeld. Kritisiert hat der Personalrat des Arbeitsgerichts Bad Hersfeld die von der Hessischen Landesregierung im Zusammenhang mit Sparmaßnahmen geplante Verlegung des Standorts Hersfeld nach Fulda. Vorsitzende Simone Kostyra sieht in dieser Variante Nachteile für alle Beteiligten durch längere Wege und damit einhergehende höhere Kosten.

Die Zuständigkeit der beiden dann vereinigten Gerichtsbezirke würde neben den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Fulda auch die Altkreise Eschwege und Lauterbach umfassen. Nicht nur Richter und Bedienstete wären betroffen, sondern auch die Anwälte und ihre Mandanten.

Die vom Justizministerium erhofften Einsparungen bezweifelt die Personalrätin genauso wie ihr Chef, Arbeitsgerichtsdirektor Wolfgang Oberbossel (unsere Zeitung berichtete).

Aus Arbeitnehmersicht argumentiert Kostyra zudem mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den dann zu hohen Fahrtlosten für Teilzeitkräfte.

Einsparmöglichkeiten sehen Kostyra und ihre Stellvertreterin Carola Kraise eher im Bereich Software, in wenig sinnvollen, weil pauschal eingekauften Schulungen sowie in Synergien mit dem angrenzenden Amtsgericht.

Die seit der vergangenen Woche von der Regierung ebenfalls ins Gespräch gebracht umgekehrte Variante, das Fuldaer Gericht nach Bad Hersfeld zu verlegen, hätte laut Kostyra immerhin einen Vorteil: In dem neuen großen Arbeitsgerichtsbezirk läge Bad Hersfeld genau in der Mitte.

Doch auch in Fulda hat sich der politische Widerstand sofort nach Bekanntwerden der Überlungen formiert, um den eigenen Gerichtsstandort zu sichern.

Von Karl Schönholtz

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