Bad Hersfelder Weltladen feierte seinen 20. Geburtstag mit Gästen und viel Musik

Ein Laden mit Idee

Bad Hersfeld. 20 Jahre fairer Handel in Bad Hersfeld, das sind vor allem 20 Jahre Phantasie und Durchhaltevermögen. Dass dieses größtenteils ehrenamtliche Engagement gewürdigt wird und dass die Verbundenheit zwischen Stadt und Laden groß ist, zeigte sich beim Fest zum Jubiläum des vom Kirchenkreis Hersfeld getragenen Weltladens. Rund 120 Gäste, unter ihnen viele Aktive der ersten Stunde, waren zur besten Kaffeezeit ins Martin Luther Haus gekommen, um mit dem Weltladen-Team zu feiern.

Die Verbundenheit mit dem „Laden ohne Leuchtreklame aber mit Idee“ und der Respekt vor dem Engagement der Helferinnen und Helfer kam auch in den Grußworten zum Ausdruck, die Repräsentanten aus Politik, Weltladenbewegung und Kirche dem Weltladen mit auf den weiteren Weg gaben. Aber es ist eben nicht nur das Lippenbekenntnis das zählt, sondern auch die „handfeste“ Unterstützung. Wenn unter anderem im Rathaus und in den Gemeindehäusern fairer Kaffee zum Standard geworden ist und viele Menschen die hochwertigen Produkte aus dem Laden auch bewusst verschenken, dann bedeutet dies nicht nur, dass der Laden weiter arbeiten kann, sondern vor allem aktive Hilfe für ein Leben in Würde für die Menschen, die die Produkte herstellen.

Bachs Kaffeekantate

Und wie es so ist, wenn Geburtstag gefeiert wird: Es kommen Gäste, es gibt eine liebevoll bestückte Kaffeetafel und es gibt Geschenke. Ein besonderes musikalisches Geschenk machte der Weltladen sich und seinen Gästen in Form einer Aufführung der Kaffeekantate, die auch bei Meister Johann Sebastian Bach (verkörpert von Herbert Janßen) und seinem sehr gegenwärtigen Lieschen (Wiebke Hofmann), das wie sein historisches Vorbild eine Tasse „Gute-Welt-Kaffee“ durchaus zu schätzen wusste, Beifall fand. Wolfram Waldeck, Olaf Wald (Violine), Alfred Gramann (Viola), Amelie May (Violoncello), Niels Glock (Kontrabass) und Martin Janßen (Cembalo) bildeten dabei die kammermusikalische Basis für die drei Gesangssolisten Florian Brauer, Julia Huss und Florian Burstz, die die Geschichte vom „kaffeesüchtigen“ Lieschen, dem der Vater Schlendrian das Trinken des schwarzen Lebenselixiers verbieten möchte, auf unterhaltsame Weise zu Gehör brachten.

Auf dem Programm standen neben Geburtstagskaffee, Geschenken und Rückblick auch der Blick in die Zukunft, die dem Hersfelder Weltladen vor allem den Umzug aus dem Hinterhof in der Klausstraße in das Vorderhaus bescheren wird. Und eines ist sowohl den Trägern als auch dem Team des Weltladens völlig klar: Die Idee des fairen Handels wird außer durch das ehrenamtliche Engagement vor allem von den vielen treuen Kunden getragen, die das vielfältige und hochwertige Sortiment an Lebensmitteln und Textilien in den vergangenen 20 Jahren zu schätzen gelernt haben.

Von Ute Janssen

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