Das Beste von Moritz Netenjakob im Buchcafé

Lachen, bis die Tränen kommen

Aus seinem Roman „Macho-Man“ las Moritz Netenjakob einige Zeilen. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Als Gagschreiber war der Kölner Autor und Kabarettist Moritz Netenjakob in den vergangenen 20 Jahren an vielen erfolgreichen Comedy-Produktionen beteiligt. Ob Hurra Deutschland, Switch, Wochenshow, Ladykracher, Stromberg oder als Autor für Comedy-Größen wie Dirk Bach und Rüdiger Hoffmann, häufig war er einer der Kreativköpfe, die sich die Sketche für die Kollegen ausdenken durfte.

Nach 20 Jahren in der schnelllebigen TV- und Comedy-Szene, zwei erfolgreichen Romanveröffentlichungen und der verdienten Ehrung 2006 mit dem Adolf-Grimme-Preis war ein „Best of“ seines Werkes längst überfällig. Mit eben diesem gastierte der sympathische Humorist mit deutlich hörbaren Kölner Wurzeln kürzlich im Bad Hersfelder Buchcafé.

Neben seinem exzellenten Gespür, unfreiwillig komische Momente aus dem Alltag aufzuspüren und durch abstrakte Verknüpfungen ins Lächerliche zu ziehen, ist vor allem die Parodie sein außerordentliches Talent. Er imitiert Udo Lindenberg, Klaus Kinski, Dieter Hallervorden, Rainer Calmund, Rüdiger Hoffmann, Lukas Podolski und Marcel Reich-Ranicki so gut, dass im Publikum kaum ein Auge trocken geblieben sein dürfte.

Da ist zum Beispiel seine 1000-Meisterwerke-Parodie aus „Switch Reloaded“, in der Rainer Calmund ein Renaissance-Gemälde der Maria mit dem Jesuskind auf seine typisch-gemütliche rheinische Art beschreibt und zu Ehren des verstorbenen Literaturpapstes Marcel Reich-Ranicki spricht Netenjakob einige Original-Zitate so perfekt, dass man bei geschlossenen Augen sofort das Bild Reich-Ranickis sieht. Als Herbert Grönemeyer singt er ausgerechnet den „Holzmichel“ und das Brüder-Grimm-Märchen von Hänsel und Gretel erzählt er gleich drei mal hintereinander, und zwar in der Art eines Fußballreporters, eines Flugkapitäns und eines Marktschreiers.

Auch aus seinen Romanen „Macho-Man“ und „Der Boss“ las Netenjakob einige sehr unterhaltsame Seiten mit teils autobiografischem Inhalt.

Das Bad Hersfelder Publikum amüsierte sich ob dieses Pointenfeuerwerks gut, und so durfte Netenjakob erst nach mehreren Zugaben die Bühne verlassen.

Von Werner Rödiger

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