Balladen-Abend in der Gesamtschule Geistal – allen Widrigkeiten zum Trotz

Kurzkrimi in Gedichtform

Wilde Tiere ziehen in den Löwengarten ein: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7e haben sich der Ballade „Der Handschuh“ aus der Feder von Friedrich Schiller angenommen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Wer reitet so spät durch Wind und Nacht? Es ist der Vater. Es ist gleich acht…!“ So beginnt die Spott-Version der Ballade „Der Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe, die der Komiker Otto als „König Erl“ unters Volk brachte. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a führten beide Versionen beim Balladen-Abend in der Aula der Gesamtschule Geistal auf, sehr zur Freude der zahlreichen Besucher.

Schülerinnen und Schüler aus sechs Klassen der Jahrgangsstufe 7 haben sich in den vergangenen Wochen im Fach Deutsch umfassend mit Balladen beschäftigt. Hierbei handelt es sich um ausgefeilte Gedichte, welche zumeist anschaulich, lebendig und spannend ein besonderes Ereignis erzählen.

Wie die Ballade „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller, in der die Geschichte von einem stolzen Ritter im Mittelpunkt steht, der einem niederträchtigen Edelfräulein furchtlos den geforderten Liebesbeweis erbringt.

Als Kurzkrimi erweist sich dagegen die Ballade „Die Goldgräber“ von Emanuel Geibel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gruselig, welche Eigendynamik entfesselte Gier entwickeln kann. Die Lehrerin Natascha Klee Eisel hat die Idee eines Balladen-Abends in das „7er-Team“ der schulformübergreifenden Gesamtschule getragen. Ihre Kolleginnen Inger Fischer, Renate Bennedik, Janina Ketzler und Anna Ubben ließen sich von der Begeisterung gern anstecken.

Das Ergebnis des Gemeinschaftsprojektes konnte sich absolut sehen lassen, auch wenn kurz vorher ein Scheinwerfer umgefallen, die Musikanlage ausgefallen und eine der Hauptdarstellerinnen krank geworden war.

Fantasievoll

Viel Applaus belohnte die tolle Leistung der Schülerinnen und Schüler auf der Bühne. Den Applaus haben aber auch ihre Klassenkameradinnen und -kameraden hinter der Bühne verdient: Für originelle Ideen, viel Fantasie und Originalität bei der Umsetzung der sechs Balladen, die Gestaltung des jeweiligen Bühnenbildes und die musikalische Umrahmung. Besonders bei der „Regenballade“ von Ina Seidel und der Ballade „Nis Randers“ von Otto Ernst, die eindringlich die dramatische Rettung eines Schiffsbrüchigen schildert, wurde gekonnt eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen.

Um eine berühmte, klassische Handlungsballade handelt es sich bei „John Maynard“ von Theodor Fontane. Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b fürchteten bühnenreif auf dem sturmgepeitschten See um ihr Leben. Dann gerät ihr Schiff, die „Schwalbe“ auch noch in Brand. Die Nebelmaschine wird angeworfen und funktioniert. So gut, dass minutenlang der Feuermelder Alarm schlägt, was natürlich nicht geplant war. Die schönsten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben selbst.

Von Gudrun Schmidl

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