Neues Bürgerbüro in Bad Hersfeld ist eröffnet – Verbesserung nicht nur für Behinderte

Kurze Wege ohne Barriere

Zur Eröffnung des neuen Bürgerbüros der Bad Hersfelder Stadtverwaltung am Markt spendierte Bürgermeister Thomas Fehling (Dritter von rechts) dem Team dicke Blumensträuße. Von links Margit Rosenthal-Heiner, Elke Rähmer-Göbel, Marion Lehn, Christine Linke und Leiterin Carmen Seitz. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Dass in Bad Hersfeld einerseits alljährlich der Deutsche Behindertentag stattfindet, andererseits publikumsträchtige Teile der Stadtverwaltung mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen aber kaum zugänglich waren – die Beseitigung dieses Missstandes hatte Bürgermeister Bürgermeister Thomas Fehling vor Jahresfrist zur Chefsache erklärt. Gestern konnte er mit der Eröffnung des neuen Bürgerbüros am Markt zumindest in einem ersten Schritt Vollzug melden.

Wer sich ummelden will, einen neuen Pass benötigt, wer etwas verloren hat oder die Briefwahl für Bundes- und Landtagswahl nutzen möchte, der ist jetzt dort an der richtigen Adresse, wo es bisher Festspielkarten zu kaufen gab und wo früher auch die ins „wortreich“ verlegte Tourist-Information ihren Platz hatte.

Flexibel angelegt

Fehling bezeichnet diesen neu geschaffenen Service-Bereich bewusst als „Version 1.0“, denn das aus den verschiedenen Abteilungen zusammengesetzte Team um Büroleiterin Carmen Seitz muss sich mit den veränderten Arbeitsabläufen auch erst vertraut machen. Auch die Büro-Logistik ist vorläufig noch flexibel angelegt, um bei erforderlichen Nachbesserungen nicht gleich wieder umbauen zu müssen.

Noch fehlt auch die neue Innentür, denn auch die soll sich künftig zu den Seiten hin öffnen, um Kollisionen mit Kinderwagen oder Rollstühlen zu vermeiden. „Schritt für Schritt“ soll nicht nur das Bürgerbüro weiter entwickelt werden, sondern auch die Kartenzentrale der Festspiele, deren neuer Standort um die Ecke in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek gerade umgebaut wird.

Im Bürgerbüro verspricht Carmen Seitz kurze Weg und Wartezeiten von „nicht mehr als fünf Minuten“. Denn die Kunden werden gleich im Eingangsbereich nach ihren Wünschen befragt und dann den entsprechenden Beratungsplätzen zugewiesen.

Weil Meldewesen und Passstelle hier an einem Schreibtisch vereinigt sind, entfallen der Gang zum nächsten Büro und neuerliches Warten. Auch die Adressänderung auf dem Kfz-Schein wird hier als Hilfeleistung für die Zulassungsstelle des Kreises gleich mit erledigt. Wer trotzdem nicht gleich drankommt, der kann sich mit der Lektüre der HZ oder dem Titel von „Bad Hersfeld liest ein Buch“ die Zeit vertreiben. Auch eine kleine Spielecke gibt es.

Damit die Diskretion gewahrt bleibt und dem Datenschutz Genüge getan wird, stehen im Bürgerbüro nicht nur Trennwände, sondern es gibt eine Etage höher auch ein sogenanntes Back Office, in dem sensible Angelegenheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen werden können. Per Fahrstuhl sind auch diese Plätze barrierefrei zu erreichen.

Mit 18 000 dokumentierten Kundenkontakten sind die im Bürgerbüro vereinigten Arbeitsbereiche auch die am häufigsten gefragten Anlaufstellen in der Stadtverwaltung.

So sprach der Bürgermeister zur Eröffnung nicht nur von „großer Freude“, sondern auch von einer „guten Portion Stolz“, denn diesmal muss er sich beim Behindertentag am 24. August nicht mehr für seine Stadt schämen und darf sogar mit einer Auszeichnung für das neue Büro rechnen.

Von Karl Schönholtz

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