Bauausschuss beschäftigte sich mit dem Lärmschutz beim Ausbau der Autobahn A4

Das Kurviertel wird leiden

Die beiden Bauamts-Chefs Johannes van Horrick (links) und Martin Bode bei ihren Ausführungen zum geplanten Lärmschutz an der Autobahn A4. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Ungewöhnlich groß war das Publikumsinteresse bei der jüngsten Sitzung des Aussschusses für Stadtplanung und Umwelt der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung, denn auf der Tagesordnung stand auch das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Autobahn A4 zwischen der Eichhofsiedlung und der Brücke über die Bahnstrecke Richtung Fulda.

Konkret interessierten sich die Zuhörer und die Ausschussmitglieder vor allem für den geplanten Lärmschutz, der in den vergangenen Wochen bereits breit diskutiert wurde und Anlass für die Gründung einer Bürgerinitiative war.

Doch eigentlich gab es in der Sitzung nichts Neues: Die Stellungnahme der Stadt wurde bereits abgegeben (mit dem Hinweis darauf, dass sich auch der Ausschuss noch mit dem Thema beschäftigen würde), und mehr als eine grobe mündliche Zusammenfassung seitens der Verwaltung bekamen die Stadtverordneten im Ausschuss gar nicht präsentiert.

Aus den Vorträgen der beiden Bauamts-Chefs Johannes van Horrick und Martin Bode wurde allerdings deutlich, dass der vorgesehene einseitige Lärmschutz zum Johannesberg hin im Endeffekt wohl das gegenüber liegende Kurviertel belasten wird. Eine gerechnete Prognose, die auch zunehmende Verkehrsströme berücksichtigt, spricht von gelegentlichen Überschreitungen der Grenzwerte zur Nachtzeit.

Auf Unverständnis stieß im Publikum die Mitteilung, dass in diesem Verfahren allein die Lärmbelastung durch die Autobahn betrachtet wird, die teilweise fast parallel verlaufende Bundesstraße 62 aber außen vor bleibt.

Auch die Dimension der geplanten Schallschutzwände wird mit Skepsis betrachten: Zehn Meter sind sie hoch, sechs davon aus Beton, die oberen vier dann aus Glas, um freie Sicht zu gewähren.

Weitere Informationen gab es zu zwei Brückenbauwerken: Das sogenannte Mauseloch zur Eichhofsiedlung wird im Zuge des Autobahn-Ausbaus verbreitert und hat dann auch Platz für einen Radweg.

Die Brücke über die B 62 wird hingegen in den gleichen Dimensionen erneuert wie bisher. Mit dieser Mitteilung widersprach Johannes van Horrick Gerüchten, die hier Hinweise auf einen zweigleisigen Ausbau der daneben verlaufenden Bahnstrecke sehen wollten. „Die Brücke würde auch jetzt schon eine zweigleisige Strecke zulassen. Aber es gibt in der Verwaltung keine Erkenntnisse, dass die Bahn tatsächlich einen Ausbau plant“, sagte van Horrick.

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Von Karl Schönholtz

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