Technikmodul für Studenten angeboten – Zwischen Lego-Autos und Grundlagen

Die Kurve richtig kriegen

Wettrennen: Das selbst gebaute Lego-Auto muss so schnell wie möglich zehn Runden um das Hütchen fahren, ohne es zu berühren. Mit getüftelt haben zusammen mit ihren Kommilitonen aus Biedenkopf und Frankenberg auch die Studenten aus Bad Hersfeld: Dominik Deiseroth (Mitte hinten), Marcel Nied (Mitte rechts) und Laura Boese (vorne rechts). Foto: Rössing

Bad Hersfeld. Wann fliegen Autos aus der Kurve? Diese Frage haben sich Studenten der Ingenieurwissenschaften der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Bad Hersfeld gestellt.

Da ihr erstes Semester hauptsächlich aus Theorie und den Grundlagenfächern wie Mathematik und Physik besteht, konnten die Studenten bei einer zweitägigen Veranstaltung herausfinden, was das bereits Gelernte mit ihrer späteren beruflichen Praxis zu tun hat.

Worum geht es bei dem Technikmodul?

Angeboten wird das Modul für Studenten aus den Fachrichtungen des Ingenieurwesens im ersten Semester. Bei der Veranstaltung, die zum zweiten Mal in Bad Hersfeld stattfand, erarbeiteten die Studenten in Gruppen theoretische Antworten zu dem Problem „Warum fliegt ein Auto aus der Kurve (oder warum nicht?)“. Anschließend erprobten sie ihre Erkenntnisse mit selbst gebauten Lego-Autos in der Praxis.

Was ist die Idee hinter dem Modul?

Bei der Frage, mit welchen Geschwindigkeiten ein Auto durch die Kurve fahren kann, geht es zunächst einmal um grundlegende Themen aus der Physik und der Mechanik. Prof. Dr. Thorsten Beck, der das Modul mit entwickelt hat, sagt: „Als Ingenieure werden sich die Studenten später zwar mit schwierigeren Fragen beschäftigen. Aber dieses Modul zeigt auf, wofür sie bisher gelernt haben.“

Welchen Fragen wird bei der Veranstaltung nachgegangen?

Um zu erfahren, warum ein Auto aus der Kurve fliegt, müssen mechanische Fragen geklärt werden, etwa: Wie schnell darf ein Auto sein? Außerdem wird die Elektrotechnik angesprochen: Welche der in Autos verbauten Elektronik, wie dem Fahrassistenzsystem ESP, ist sinnvoll und was ist nur Spielerei? Auch die Wirtschaftswissenschaften spielen dabei eine Rolle. „Ingenieure müssen sich immer die Frage stellen: Was kostet das?“, erklärt Beck. „Wir können viel bauen, aber es nutzt nichts, wenn sich das Produkt niemand leisten kann.“

Was müssen die Studenten bei dem Modul leisten?

Es geht um die Verbindung von Theorie und Praxis. Die Studenten sollen in Gruppen zusammenarbeiten. Dabei muss jede Gruppe einen 30-minütigen Vortrag zu einer Aufgabenstellung erarbeiten. Darüber hinaus sollen sie mit einem Bausatz von „Lego Mindstorms“-Bausteinen sowie einem programmierbaren Baustein selbst Autos bauen. In mehreren Wettbewerben wird am Ende dann die Siegergruppe gekürt. Unter anderem werden zwei Wettrennen gemacht: Welches Auto ist das schnellste auf gerader Strecke, und wer schafft es, sein Auto durch eine Kurvenfahrt zu lenken (ohne dass es aus der Spur fliegt)?

Was ist die wichtigste Regel bei der Veranstaltung?

„Mit unserem Modul wollen wir für die Notwendigkeit der Grundlagenfächer werben“, erklärt Beck einführend. „Am wichtigsten ist aber die folgende Spielregel: Die zwei Tage sollen und dürfen Spaß machen!“

Von Sarah Rössing

Kommentare