In der Nacht nach der Eröffnung wurden viele Werke zerstört

Kunst im Park: Nachts kamen die Vandalen

Das Werk der Vandalen: Bereits in der Nacht nach der Eröffnung wurden einige der Kunstwerke im Park zerstört. Foto: privat

Bad Hersfeld. Die Freude währte nur kurz. Am Samstagnachmittag wurde die Ausstellng „Eintritt frei" des Bad hersfelder Kunstvereins in den Leonard-Müller-Anlagen nahe der Nordschulteiche mit großer Publikumsresonanz eröffnet, am Sonntagmorgen lagen bereits mehrerer Kunstwerke in Trümmern. Vandalen hatten gleich in der ersten Nacht Steinskulpturen umgetreten, Bilderrahmen zerbrochen und Installationen zerfetzt.

Den Künstlerinnen und Künstlern ist zwar bewusst, dass Kunst, die unbewacht unter freiem Himmel gezeigt wird, gewissen Risiken ausgesetzt ist, waren aber doch entsetzt, dass ihre Arbeiten keine 24 Stunden überdauerten. Sie sollen dennoch in den nächstne Tagen wieder aufgebaut werden, kündigte Schrftführerin Hannelore Zier an.

Dreißig Objekte

Geplant ist, dass die Ausstellung drei Monate lang gezeigt wird. Dreißig Objekte, Bilder und Installationen von achtzehn heimischen Künstlern bereichern die Parklandschaft. In seinen einführenden Worten betonte der Vereinsvorsitzende Gerhard Zinn, dass die einzelnen Exponate die jeweilige Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Ort widerspiegeln. „Eintritt frei“ als Konzept für Kunst im öffentlichen Raum verdeutliche auch, dass jedermann jederzeit willkommen sei, die Arbeiten zu entdecken und sich beim Vorbeischlendern zu erfreuen.

Gemeinschaftsprojekt: Eine lange, weiße Tafel mit Stühlen drum herum lädt ein zu unerwarteten Begegnungen und Gesprächen. Unser Bild zeigt nahezu alle teilnehmenden Künstler, die sich zur Eröffnung an ihrer Tafel versammelten.

Während der Aufbauarbeiten ging zwar der ein oder andere Schauer nieder und doch blieben bereits erste Passanten stehen, um mit den Ausstellenden ins Gespräch zu kommen. Kathrin Gebhard-Nieselt freute sich darüber, dass sich das Wetter während der Ausstellungseröffnung von seiner guten Seite zeigte. Besonderen Wert legte sie bei ihrer Erläuterung der einzelnen Objekte auf die beiden Gemeinschaftsarbeiten: „Die Tafel“ biete Platz für jedermann und jede Frau, unerwartete Begegnungen und Gespräche mit anderen „Sitzenden“ sind die Intention. Auch der „Wunschbaum“ wurde von allen Teilnehmern gemeinsam gestaltet.

Intensive Vorbereitung

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Trommelklängen der Kunstvereinsmitglieder Arya Atti und Sherzad Ibrahim. Die intensive Vorbereitungszeit zur Sommerausstellung hatte bereits im Februar begonnen. Da einzelne Künstler erste Ideen für weitere Werke während des Aufbaus entwickelten, werden wohl diesmal bis zur nächsten Ausstellung im Park keine sechs Jahre vergehen. Da war die letzte Ausstellung an dieser besonders schönen Stelle gezeigt worden.

Insgesamt hat der Kunstverein derzeit einhundertzehn Mitglieder, von denen sich mehr als die Hälfte intensiv in das Vereinsschaffen einbringt. (tow/zac)

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