Amor & Psyche – Ausstellung in der Geriatrie

Kunst auf dem Krankenhausflur

Ein besonderer Ort für eine Ausstellung: Arnold zum Winkel (vorn) freut sich über das große Interesse. Seine Frau Birgit steht ihm hilfreich zur Seite. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Drei Jahre lang war Arnold zum Winkel nach einem schweren Schlaganfall in der Klinik für Neurologie und im Zentrum für klinische Geriatrie Patient. Schon in dieser Zeit entstand der Wunsch, einen Zyklus von Max Klingers (1857-1920) Radierungen zu dem alten Mythos „Amor & Psyche“ der Öffentlichkeit in diesen Räumlichkeiten zugänglich zu machen.

Arnold zum Winkel, ehemaliger Chefredakteur der Hersfelder Zeitung, hat die 15 großen Blätter zu DDR-Zeiten in Leipzig in der Galerie am Sachsenplatz erworben. „Sie stammen aus dem Haushalt Klingers“, bestätigte er auf Nachfrage von Markus Pfromm, Geschäftsführer der Hersfelder Zeitung, der im Hörsaal 1 des Klinikums vor großem Publikum mit ihm im Dialog in das Werk einführte.

Die Gesprächsrunde ergänzte Abteilungsarzt Dr. Axel Saure, der dieses Engagement von Arnold zum Winkel als Signal auch für andere Patienten sieht. „Das Wichtigste für die Patienten sind ein eigener Wille und eigene Ziele, den Mut zu fassen, diesen Weg auch zu gehen.“ Mit spitzer Feder, die angesichts des fortgeschrittenen Alters und der Krankheit nicht stumpf geworden ist, hat der begnadete Schreiber Arnold zum Winkel den Mythos kurz und amüsant erzählt und an alle interessierten Gäste verteilen lassen.

Die musikalische Untermalung der Ausstellungseröffnung übernahm Silvia Schüttler auf der Harfe. Der ungewöhnliche Blickwinkel auf Kunst in Verbindung mit Medizin ist ab sofort während der Besuchszeiten des Klinikums Bad Hersfeld möglich. (gs)

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