galerie auf zeit eröffnet zum 3. Mal während der Festspielzeit – diesmal in Schildehalle

Kunst geht in die Luft

Leuchtende Farben und ineinander verschränkte Flächen zeigt Jana Troschke.

Bad Hersfeld. Zum dritten Mal eröffnet am Sonntag, 13. Juni, die „galerie auf zeit“, eine Ausstellung aktueller Kunst, während der Festspiele. In der unter Denkmalschutz stehenden Schildehalle zeigt Galerist Gunter Haedke Arbeiten von Jana Troschke aus Berlin, Julia Antonia aus Potsdam und TO Helbig aus Pinnow bei Schwerin.

Die Ausstellung setzt die Galerie unter den Titel „In der Luft (oben)“. Sie nimmt damit Bezug zu den Industrietrocknern, die ehemals dort gefertigt wurden.

Die dritte Ausstellung der „galerie auf zeit“ in Bad Hersfeld erhebt sich in der alten Industriehalle in die Luft, sie zeigt Kunst in der Schwebe, Kunst, die sich von Boden und Wand gelöst hat. Und sie zeigt Kunst, die die Patina der alten Industriehalle aufnimmt: Rost.

Die Leinwandarbeiten von Jana Troschke zeigen mit klaren, leuchtenden Farben ineinander verschränkte Flächen. Wie Gedanken, die sich im Kopfe Bahn brechen, formen sie abstrakte Muster. Sie durchdringen einander, wie wenn sie nach einem Ausweg suchten.

Wechselnder Lichteinfall

Von Julia Antonia ist eine vielfältige Reihe von Köpfen zu sehen. Auf großen Aluminiumplatten sind sie eingeschliffen und wandeln sich unter wechselndem Lichteinfall zu lebendigen Gesichtern. Mit verbundenen Augen ritzte sie zudem Köpfe zu Portraits, die monochrom hinterlegt eine farbenfrohe Galerie ergeben.

TO Helbig hat seine Installation „Rost“ in der Halle aufgebaut. Die Handschuhe, Hosen, Schürzen und aufgebauten Gegenstände wirken wie eine Reminiszenz an die Zeit als die ehemalige Maschinenfabrik noch vielen Menschen Arbeit gab.

Die Präsentation der künstlerischen Arbeiten bietet durch die Hängung einen besonderen Reiz. Viele Kunstwerke erheben sich in die Luft, sie schweben in der Halle, sie haben sich von Boden und Wand gelöst. So gelingt es den großartigen Raumcharakter der Halle nicht zu stören. Der Blick geht in die Höhe.

Mitte Juli wird Julia Antonia eine Performance zeigen, die das Motto der Ausstellung wörtlich nimmt. Aus der Mitte des Raumes wird sie auf ihrer Geige eine Interaktion von Maschinengeräusch und Musik für Auge und Ohr aufführen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 13. Juni, um 12 Uhr eröffnet. Sie hat danach donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet.

Von Christine Zacharias

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